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Absperrband vor der Unglücksbar Le Constellation

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Nach dem nationalen Trauertag am Freitag ist das Flammeninferno von Crans-Montana nicht mehr das Hauptthema der Schweizer Aktualität. Die Tragödie beschäftigt jedoch die Medien weiterhin stark. Sie interessieren sich nun für die ersten Ergebnisse der Ermittlungen.

Ebenfalls auf der Tagesordnung: der Tod eines berühmten Autors, die Wahl einer Pistole und ein Annexionsplan. Eine durchaus bunte Auswahl des Tages, die jedoch einen roten Faden hat: die Kontroverse.

Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre!

Erich von Däniken
Erich von Däniken im Jahr 2003, bei der Eröffnung seines Themenparks Mystery Park in Interlaken. KEYSTONE/Alessandro della Valle

Erich von Däniken ist tot. Berühmt für seine Theorien über Götter und Mysterien, ist der Deutschschweizer Schriftsteller und Publizist im Alter von 90 Jahren verstorben, wie seine Familie am Sonntag bestätigte.

Erich von Däniken gehörte zu den wenigen Schweizer Autor:innen, die über die Landesgrenzen hinaus einen durchschlagenden Erfolg hatten. Er schrieb insgesamt 49 Bücher, die in mehr als 30 Sprachen übersetzt und 75 Millionen Mal verkauft wurden. Der Schriftsteller wurde 1968 mit seinem Bestseller «Erinnerungen an die Zukunft» bekannt. Sein Werk präsentiert Theorien zu grossen Mythen und Mysterien, von Göttern über Ausserirdische bis hin zu alten Zivilisationen.

Scharlatan für die einen, Visionär für die anderen, Erich von Däniken war ein erfolgreicher, aber sehr umstrittener Autor. 2003 hatte er in Interlaken den Mystery Park eröffnet, einen esoterischen Themenpark, der eine alternative Lesart der Menschheitsgeschichte anbot. Doch die Attraktion hatte nicht den erhofften Erfolg und wurde 2006 geschlossen.

Jacques und Jessica Moretti
Die belastenden Aussagen gegen das Betreiberpaar der Bar «Le Constellation» häufen sich. Keystone / Jean-Christophe Bott

Die Ermittlungen zur genauen Feststellung der Ursachen der Tragödie von Crans-Montana, die den Tod von 40 Personen verursacht und mehr als hundert weitere schwer verletzt hat, gehen weiter. Zahlreiche Aussagen bestätigen, dass es tatsächlich Wunderkerzen waren, die an Champagnerflaschen befestigt waren und den schalldämmenden Schaumstoff an der Decke entzündet haben.

Die Medien berichteten über die Aussagen von Jacques Moretti bei seiner Befragung. Der Bar-Besitzer hat eingeräumt, den Schaumstoff in einem Baumarkt gekauft und selbst ausgetauscht zu haben. Er bestätigte ausserdem, dass eine Servicetür, die zur Evakuierung hätte dienen können, aus unbekanntem Grund verriegelt war. Der Bar-Besitzer bestreitet jedoch, Kenntnis von Risiken im Zusammenhang mit den Wunderkerzen gehabt zu haben, und weist die Vorwürfe schwerer Fahrlässigkeit oder Nichteinhaltung von Normen zurück.

Doch die belastenden Aussagen von Überlebenden und ehemaligen Mitarbeitenden häufen sich. Die Kritik richtet sich insbesondere auf den Mangel an Notausgängen. Eine Untersuchung von SRF spricht sogar von der Existenz einer heimlichen Bar hinter der Bar im Untergeschoss, wo der Brand ausbrach. Die Schlinge um den französischen Staatsbürger Moretti zieht sich zu; die Justiz hat am Montag seine Untersuchungshaft auf eine anfängliche Dauer von drei Monaten verlängert.

Seine Ehefrau und Miteigentümerin Jessica Moretti bleibt hingegen auf freiem Fuss, entgeht jedoch nicht der Kontroverse. Mehrere Medien weisen darauf hin, dass sie zweimal eine identische Entschuldigungsbotschaft abgegeben hat, was vermuten lässt, dass sie diese auswendig gelernt hätte, eine relativ einfache Übung für die ehemalige Schauspielerin. Diese Praxis ist üblich und wird von der Verteidigung in besonders heiklen Situationen empfohlen.

Auch für die Gemeinde Crans-Montana, die stark dafür kritisiert wird, nicht ausreichend Kontrollen durchgeführt zu haben, wird es schwierig. Am Montag hat die Walliser Staatsanwaltschaft die Gemeinde darüber informiert, dass sie ihr den Status als Nebenklägerin verweigert. Der Status als Klägerin, der suggeriert, dass die Gemeinde in dieser Tragödie ebenfalls Opfer ist, hatte unter den Familien der eigentlichen Opfer einen regelrechten Aufschrei ausgelöst.

Proteste gegen die Annexion Gröndlands durch die USA
Demonstration gegen die amerikanischen Pläne in Nuuk, der Hauptstadt Grönlands. EPA/CHRISTIAN KLINDT SOELBECK DENMARK OUT

Die amerikanische Regierung setzt ihren Druck für einen Anschluss Grönlands an die Vereinigten Staaten fort. Präsident Donald Trump hat die Spannung kürzlich noch etwas erhöht, indem er erklärte, dass «alle Optionen auf dem Tisch liegen», um die Insel an die Vereinigten Staaten anzuschliessen, einschliesslich des Einsatzes militärischer Gewalt.

Ein solcher Druck löst natürlich Proteste und heftige diplomatische Reaktionen in mehreren europäischen Ländern aus, darunter Dänemark, Frankreich und Grossbritannien. Aber nichts dergleichen in der Schweiz. Der Bundesrat ist bisher stumm geblieben und die Eidgenossenschaft hat keine offizielle klare Position bezogen.

Dieses Schweigen der Schweizer Regierung wird von einem Teil des Parlaments angeprangert. Um Druck auszuüben, wurde eine neue Freundschaftsgruppe Schweiz-Grönland von mehreren Mitgliedern des Nationalrats gegründet. Zusammen präsidieren Laurent Wehrli (FDP), Elisabeth Schneider-Schneiter (Mitte) und Fabian Molina (Sozialdemokratische Partei) diese Gruppe, sie will eine explizite politische Solidarität gegenüber Grönland angesichts der amerikanischen Ambitionen zum Ausdruck bringen.

Pistole SIG Sauer P320
Die Pistole SIG Sauer P320 stösst nicht überall auf Zustimmung. Copyright 2025 The Associated Press. All Rights Reserved.

Kampfflugzeuge, Drohnen, Artilleriepanzer: Mehrere Anschaffungen oder Anschaffungsvorhaben der Schweizer Armee sind Gegenstand heftiger Debatten. Sogar der Kauf einer einfachen Pistole ist umstritten. Und zwar deshalb, weil diese Waffe beschuldigt wird… von selbst zu schiessen.

Die Schweizer Armee muss ihre Dienstpistolen ersetzen und wünschte sich die Glock 17, eine österreichische Waffe mit solider Reputation, die alle technischen Anforderungen erfüllte. Doch das Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) hat sich schliesslich für die P320 entschieden, ein Modell des amerikanischen Herstellers SIG Sauer. Die amerikanische Waffe ist günstiger als die österreichische Pistole und soll in der Schweiz zusammengesetzt werden.

Die amerikanische Waffe hat jedoch bei mehreren als wichtig erachteten Kriterien versagt. Das Hauptproblem ist, dass die P320 aufgrund von ungewollten Schussabgaben gefährlich sein könnte. Die amerikanischen Medien berichten von mehr als hundert erfassten Fällen. In den Vereinigten Staaten haben mehrere Polizeikorps und bestimmte Bundesbehörden die Waffe aus diesem Grund sogar aufgegeben.

Die Pistole wird in Kürze in der Schweizer Armee zum Einsatz kommen. Laut der Untersuchung von Watson hat Armasuisse keine strukturelle Änderung der P320 verlangt. Doch die Kontrollen sollen bei der Produktion in der Schweiz verstärkt und die Abnahmetests strenger sein, um Unfälle zu vermeiden.

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