Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Im heutigen Briefing geht es um Flugzeuge – solche, die nicht mehr fliegen können, solche, welche die Schweiz umfliegen und eines, das heute aus Dubai in der Schweiz gelandet ist.
Dazu haben wir die neusten Entscheide aus dem Parlament, welche Sie betreffen.
Herzliche Grüsse aus Bern
Ein Swiss-Sonderflug aus Dubai ist in der Schweiz gelandet – doch noch immer warten Tausende von Schweizer:innen auf eine Rückkehr aus den Golfstaaten.
Heute Nachmittag ist in Kloten ein Swiss-Flugzeug aus Omans Hauptstadt Maskat gelandet. Die über 200 Passagier:innen an Bord hatten das Glück, aus den Golfstaaten in die Schweiz zurückzukehren. Eine geringe Zahl, verglichen mit den 5200 Schweizer:innen, die gemäss SRF aus den Golfstaaten zurück in die Schweiz wollen.
Der Flug wurde von der Airline organisiert, nicht von der offiziellen Schweiz, die sich auch nicht an den Kosten beteiligt hat. Sie hat ihre Position seit dem Ausbruch des neuen Nahostkonflikts nicht verändert. «Jeder Bürger ist selbst dafür verantwortlich, sich vor Reiseantritt zu informieren», sagt Marianne Jenni, Leiterin der Konsularabteilung des Aussendepartements im Interview mit RTS. Man arbeite jedoch mit Hochdruck an Lösungen.
Der Tages-Anzeiger berichtet von einer Schweizer Familie, die – anstatt zu warten – ihre Rückreise selbst organisiert hat. Ein Chauffeur hat die Eltern und ihre zwei Kinder aus Doha durch die Wüste nach Saudi-Arabien gefahren. Die Familie ist sicher am Flughafen von Riad angekommen, von wo sie in die Türkei weiterfliegen wollte. Hier ist der Artikel fertig, ob die Rückreise gelungen ist, ist nicht klar. Auch in der Türkei wurden Raketen aus dem Iran abgefangen.
Wie positioniert sich die Schweiz im aktuellen Konflikt? Während der Bundesrat noch über die Anwendung des Neutralitätsrechts nachdenkt, umfliegen US-Militärflugzeuge bereits den Schweizer Luftraum.
Die aktuelle Eskalation im Nahen Osten hat auch das Thema der Schweizer Neutralität wieder in die Schlagzeilen gebracht. Der Bundesrat hat bisher noch nicht entschieden, das Neutralitätsrecht anzuwenden – ein Schritt, der unter anderem den Export von Kriegsmaterial in die USA verbieten und die Beziehungen zu Washington belasten könnte.
Doch ein Blick in den Himmel zeigt, dass die Schweiz schon jetzt einen speziellen Status hat: Militärische Flugzeuge der USA fliegen derzeit einen Bogen um die Schweiz, wie der Tages-Anzeiger berichtet. Jede Nacht starten Tank- und Transportflugzeuge aus den USA oder von US-Basen in Europa Richtung Naher Osten und vermeiden es, Schweizer Luftraum zu überfliegen.
Apropos Flugzeuge: Der Konflikt hat auch Auswirkungen auf die Handelsrouten in der Luft – die in der Golfregion bald spürbar sein könnten. «Dubai hat nur noch frische Lebensmittel für etwa zehn Tage», sagt Stefan Paul, Chef der weltweit agierenden Schweizer Logistikfirma Kühne+Nagel im Interview mit SRF. Waren können via Saudi-Arabien mit Lastwagen nach Dubai transportiert werden – so kann jedoch niemals die Kapazität eines Flugzeugs oder Containerschiffs erreicht werden.
Der Nationalrat fällt eine Serie von Entscheiden, die für Auslandschweizer:innen von Bedeutung sind. Er votiert durchgehend im Sinne der Fünften Schweiz.
Keine Kürzungen bei Swissinfo, das war die Nachricht von gestern. Es folgten weitere gewichtige Entscheide. Im Entlastungspaket 27 wollte der Bundesrat auch jährlich 400’000 Franken bei der Auslandschweizer-Organisation (ASO) kürzen. Der Nationalrat lehnte auch dies ab – im Gegensatz zum Ständerat zuvor. Die ASO appelliert nun an den Ständerat, ebenfalls auf die Kürzungen zu verzichten. Zudem verwarf der Nationalrat am Mittwoch die geplanten Kürzungen bei den Schweizerschulen im Ausland.
Mit Blick auf diese Beschlüsse und dem Bekenntnis des Parlaments zum Auslandangebot der SRG schreibt die ASO: «Der Nationalrat entschied ganz im Sinne der Auslandschweizergemeinschaft. Er hat gezeigt, dass er sich der Wichtigkeit dieser Beziehungen bewusst ist.»
Heute Morgen sprach der Nationalrat zudem 66 Millionen Franken, um die Zentrale Ausgleichsstelle (ZAS) digital neu aufzustellen. Das ist die Institution, welche alle Schweizer Renten ins Ausland überweist – über eine Million Überweisungen in 153 Länder jeden Monat. Der Kredit wurde im Rat mit 175 Ja und nur zwei Gegenstimmen beschlossen.
Eine Tube hat vor 75 Jahren die Schweizer Küche verändert: die Mayonnaise von Thomy. Sie war Teil eines Strukturwandels, der Lebensmittel haltbarer und Kochen einfacher machte.
Mögen Sie Mayonnaise? Ich wage zu behaupten, dass Sie in einem Land leben, in dem die Mayo in Gläsern oder Plastikbehältern verkauft wird. So erlebe ich es zumindest im Ausland. In der Schweiz dagegen hat man eine Tube Mayonnaise im Kühlschrank.
Vor genau 75 Jahren hat die Schweizer Firma Thomy die Mayonnaise in Tuben eingeführt, nachdem sie zuvor die Senftube als Weltneuheit auf den Markt gebracht hatte. Die Mayonnaise in der hygienischen Verpackung war weniger eine kulinarische Revolution als ein leiser Strukturwandel, wie die NZZ festhält. In den 1950er-Jahren wurden Haushalte effizienter gemacht, Küchengeräte zogen ein, Lebensmittel wurden industriell hergestellt. Die Mayonnaise, früher ein «Symbol bürgerlicher Kochkunst», so die Zeitung, war plötzlich für alle erhältlich – und erst noch länger haltbar.
Thomy gehört heute zu Nestlé, die Mayonnaise in der Tube ist weiterhin beliebt. Laut dem Unternehmen verkauft sich die Mayonnaise «à la française» am besten, danach folgt die light Variante. Obwohl für viele ein unverzichtbarer Klassiker, gibt es im Jahr Mayo-Verkaufsspitzen. Ostern ist quasi der Auftakt zur Hochsaison, die dann in die Spargelzeit und die Grillsaison übergeht.
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