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Wahlen ins Auslandschweizer Jugendparlament: Welche Region die meisten Sitze holte

Eine Gruppe von jungen Leuten vor dem Bundeshaus in Bern
Junge Menschen zwischen 15 und 35 Jahren können Mitglied von YPSA werden. Hier besuchen junge Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer Bern während eines von der ASO organisierten Lagers. Auslandschweizerorganisation ASO

Vom 17. November bis zum 14. Dezember hat das Auslandschweizer Jugendparlament Wahlen durchgeführt, um seinen Vorstand für die Legislaturperiode 2026 bis 2028 neu zu besetzen. Zwar wurde ein neuer Rekord bei den Kandidaturen erreicht, doch die Beteiligung ging deutlich zurück.

Lateinamerika hat bei den letzten Wahlen zum Jugendparlament der Schweizerinnen und Schweizer im AuslandExterner Link, auch YPSA (Youth Parliament Swiss Abroad) genannt, einen Grossteil der Sitze errungen: Fünf der dreizehn Mitglieder des Komitees leben auf dem südamerikanischen Kontinent.

«Der Geist der Schweiz ist in Südamerika lebendig!», freut sich Max Groenveld, der scheidende Präsident.

Mit fünf Mitgliedern liegt Europa, das traditionell gut vertreten ist, gleichauf. Es folgen Nordamerika mit zwei Mitgliedern aus den Vereinigten Staaten sowie Asien mit einem Mitglied aus China.

Bei den letzten Wahlen wurde Afrika erstmals in die 2015 gegründete Organisation aufgenommen. In diesem Jahr kam einer der Kandidaten aus Südafrika, erhielt jedoch nicht genügend Stimmen. Asien ist hingegen wieder im Vorstand vertreten, nachdem es in der letzten Legislaturperiode keinen Sitz innehatte.

Mit sieben jungen Frauen und sechs jungen Männern ist die Zusammensetzung des neuen Vorstands sehr ausgewogen. Nur drei seiner Mitglieder gehörten bereits dem scheidenden Vorstand an.

Das YPSA wurde anlässlich des Auslandschweizer-Kongresses vom August 2015 in Genf gegründet.

«Das Auslandschweizer Jugendparlament ist kein Parlament im herkömmlichen Sinn, sondern eine Plattform für engagierte und aktive junge Menschen, die in ihren Vereinen oder Aufenthaltsländern die Interessen der Jugendlichen vertreten, Projekte entwickeln und diese umsetzen», heisst es auf der Website von Swiss CommunityExterner Link.

Gemäss seinen Statuten ist YPSA ein Verein, der sich für die Interessen junger Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer einsetzt. Ihr Ziel ist, deren politische Bildung zu unterstützen und ihre Teilnahme an politischen Prozessen sowie am gesellschaftlichen Leben zu fördern. YPSA ist von keiner politischen Partei abhängig.

Der Vorstand besteht aus einem garantierten Sitz für jedes Vorstandmitglied, das in Europa, Nordamerika, Südamerika, Asien, Afrika und Ozeanien wohnt. Ein zusätzlicher Sitz ist einem in der Schweiz wohnhaften Vorstandsmitglied zugesichert.

Sollte sich aus einer bestimmten Region oder aus der Schweiz niemand zur Wahl stellen, ist der betreffende Sitz nicht mehr gewährleistet und wird den anderen Kandidat:innen zur Verfügung gestellt.

Wahlberechtigt ist jede Person, welche die Schweizer Staatsangehörigkeit besitzt (oder ein Elternteil diese besitzt), zwischen 15 und 35 Jahre alt ist und im Ausland lebt oder mindestens zehn Jahre dort gelebt hat. Die Mandate dauern zwei aufeinanderfolgende Jahre, ihre Anzahl ist nicht begrenzt.

Viele Bewerbungen, rückläufige Beteiligung

Noch nie zuvor hatten sich so viele junge Menschen zur Wahl gestellt: Für die dreizehn Plätze wurden 22 Kandidaturen eingereicht. Alle Kontinente waren dabei vertreten.

Dies ist eine positive Entwicklung, die im Gegensatz zur geringen Wahlbeteiligung steht. Tatsächlich wurden dieses Mal nur 59 Stimmen gezählt, während es bei der Wahl für die Legislaturperiode 2024 bis 2026 noch 154 waren.

«Ich finde es bedauerlich, dass wir nicht so viele Wählerinnen und Wähler mobilisieren konnten wie beim letzten Mal», sagt Groenveld. Seiner Meinung nach gibt es dafür mehrere Gründe.

Einerseits war die Zeitspanne für die Stimmabgabe viel kürzer, andererseits hat sich das Wahlsystem geändert und die Regeln wurden verschärft. So wurden von 72 abgegebenen Stimmen nur 59 für gültig erklärt.

Neues Abstimmungssystem

«Die Wahlen zum Jugendparlament der Auslandschweizer (YPSA) wurden nach dem System der übertragbaren Einzelstimme (STV) durchgeführt, einem proportionalen Verfahren, das eine faire Vertretung unterschiedlicher Stimmen gewährleisten soll», heisst es in der von YPSA veröffentlichten Analyse der Ergebnisse.

Ein junger Mann mit dunkelbraunem Haar
Der niederländisch-schweizerische Staatsbürger Max Groenveld war für die Legislaturperiode 2024-2026 Vorsitzender der YPSA. Auslandschweizerorganisation ASO

In einem online verfügbaren Dokument konnten die Wählerinnen und Wähler ihre Stimmen in der Reihenfolge ihrer Präferenzen an maximal fünf Kandidatinnen und Kandidaten vergeben.

Gewählt wurden die Personen, die fünf Stimmen erhielten, während die überschüssigen Stimmen entsprechend den Präferenzen der Wählerschaft auf die anderen verteilt wurden. Insgesamt waren 17 Wahlgänge notwendig, um die 13 verfügbaren Plätze im Vorstand zu vergeben.

Groenveld ist sich bewusst, dass diese Methode komplizierter ist, er hält sie aber auch für repräsentativer. «Das ist auch einer der Vorteile einer kleinen Struktur wie dem YPSA: Man kann neue Dinge ausprobieren», sagt er und ist überzeugt, dass dieses System auch auf Landesebene eine Zukunft hat.

Bei seiner ersten Sitzung im Januar 2026 wird der YPSA-Vorstand aus seinen dreizehn Mitgliedern die beiden Personen wählen, die den Vorsitz und den stellvertretenden Vorsitz übernehmen werden. Jedes Mitglied kann sich dafür bewerben.

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Die Zukunft des YPSA

Groenveld hat sich nicht zur Wiederwahl gestellt. Er ist der Meinung, dass er die Organisation im Rahmen seiner Möglichkeiten vorangebracht hat.

«Ich bin sehr zufrieden mit unserem Wachstum in verschiedenen Bereichen in den letzten zwei Jahren. Wir haben eine Whatsapp-Gruppe, die Verbindung untereinander ist besser geworden und das Auslandschweizer Jugendparlament ist zu einer konkreteren Einheit geworden», so der Niederländer mit Schweizer Wurzeln.

Allerdings ist die Organisation in Bezug auf Mitgliederzahl und Sichtbarkeit nach wie vor klein. «Und ihr Name ist ihr dabei auch nicht gerade hilfreich», so Groenveld.

Für den scheidenden Präsidenten gibt es noch weitere grosse Hindernisse: «Wir sind junge Leute, die ehrenamtlich arbeiten, über verschiedene Zeitzonen verteilt sind und sich nie persönlich sehen.»

Groenveld ist jedoch der Meinung, dass die Organisation mit dem Wachstum der Auslandschweizer-Gemeinschaft an Bedeutung gewinnen wird.

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Editiert von Pauline Turuban, Übertragung aus dem Französischen mithilfe von Deepl: Christian Raaflaub

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