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TAGESÜBERBLICK WIRTSCHAFT

Bern (awp/sda/dpa) – Freitag, 22. Oktober
NESTLÉ WÄCHST KRÄFTIG: Der Nahrungsmittelriese Nestlé hat in den ersten neun Monaten ein kräftiges Umsatzwachstum hingelegt. Der Umsatz legte gegenüber der Vorjahresperiode um 4,1 Prozent auf 82,8 Mrd. Fr. zu. Das Wachstum verlangsamte sich aber: Im Halbjahr betrug es noch 5,9 Prozent. Auf den Umsatz drückten die unvorteilhaften Wechselkurse, wie der Konzern mitteilte. Sie belasteten den Umsatz mit 2,7 Prozent. Dagegen trugen Firmenkäufe 0,7 Prozent zum Umsatz bei. Unter Ausklammerung von Preiserhöhungen stieg der Umsatz um 4,5 Prozent. Ohne Währungs- und Zukaufeffekte wuchs der Konzern um 6,1 Prozent und verzeichnet damit ein organisches Wachstum, das über den Erwartungen der Analysten liegt.
MEHR GRENZÜBERSCHREITENDE BANKEN-ÜBERWACHUNG: Nach dem Debakel der UBS in den USA, wo die Grossbank Kunden beim Steuerbetrug half und schliesslich in den Hammer der US-Justiz lief, nimmt die Finma Banken und Versicherer genauer unter die Lupe. Sie verlangt die Einhaltung ausländischen Aufsichtsrechts im grenzüberschreitenden Finanzgeschäft. Banken, Versicherer und andere Finanzdienstleister müssten ihr grenzüberschreitendes Finanzdienstleistungsgeschäft einer vertieften Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen und der damit verbundenen Risiken unterziehen, schreibt die Eidg. Finanzmarktaufsicht (Finma) in einem Positionspapier. Die Institute hätten Massnahmen zu treffen, um diese Risiken zu eliminieren oder zu minimieren.
RUAG BAUT FLÜGELSPITZEN: Die Flügel-Enden der Airbus-Flugzeuge stellt in Zukunft vollständig der Schweizer Konzern RUAG her. Das Rüstungs- und Technologieunternehmen hat mit Airbus einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen. Das Volumen beläuft sich auf 85 Mio. Fr. pro Jahr. Der Vertrag mit dem europäischen Flugzeugkonzern Airbus läuft je nach Flugzeugtyp zwischen drei und sechs Jahren, wie RUAG mitteilte. Heute stellt RUAG die Flügel-Enden für den Airbus A320 her, in Zukunft produziert das Unternehmen diese Teile für alle neuen Airbus-Maschinen, also auch für den Riesenvogel A380. Zusätzlich sollen auch gewisse Teile des Rumpfs für die zivilen Flugzeuge von RUAG produziert werden und RUAG wird zu einem sogenannten «Quality Gate» für Airbus.
100 ZIVILKLAGEN GEGEN DIE UBS IN USA: In den USA wurden 2009 und 2010 laut dem Gerichtsaktendienst Pacer gegen die UBS total rund 100 Zivilklagen eingereicht, etwa die Hälfte davon ist noch hängig. Die meisten der Klagen behandeln Börsenvorgänge. Des weiteren geht es um Vertragsverletzungen und Bestimmungen des Kartellgesetzes. Die Klagen betreffen hauptsächlich Schäden, die durch die Immobilien- und Finanzkrise entstanden sind. Zu einem grossen Teil verklagen darin Pensionskassen – so etwa die der Feuerwehr und Polizei von Detroit oder jene des US-Teilstaates Maine – die Bank. Eine konsoliderte Sammelklage, die das Verhalten der UBS in der Immobilienkrise bemängelt, ist im südlichen Bezirksgericht von New York hängig.
DETAILHANDEL GEGEN MAESTRO-GEBÜHREN: Gegen neue und höhere Händlergebühren für das Bezahlen mit Plastikgeld regt sich Widerstand. Die Wettbewerbskommission klärt ab, ob sie eine Untersuchung gegen Mastercard eröffnen muss. Die Detailhändler bringen sogar ein eigenes System ins Spiel. Kern des Streits sind zwei Gebühren, die der Konzern Mastercard für das Bezahlen mit der Debitkarte Maestro erhebt. Wie die Interessengemeinschaft Detailhandel Schweiz schreibt, könnten dadurch die Abgaben an Mastercard von total 50 auf 120 Mio. Fr. mehr als verdoppelt werden – ohne Mehrwert. In der IG sind unter anderem Coop, Migros, Manor und Valora vertreten.
KÄSEHÖHLE AUSGEBAUT: Die höhlengereiften Käse aus dem luzernischen Kaltbach sind eine Erfolgsgeschichte der Emmi. Damit die steigende Nachfrage in den nächsten zehn Jahren befriedigt werden kann, ist das Höhlensystem für 15 Mio. Fr. von 970 auf 2130 Meter erweitert worden. Unter dem Kaltbach-Label hat Emmi, der grösste Schweizer Milchverarbeiter, im letzten Jahr 1800 Tonnen Gruyère und Emmentaler (mit der schwarzen Rinde) verkauft. Innert zwei Jahren wurde der grösste Felsenkeller der Schweiz für Käse um 1160 Meter erweitert. Die Fläche wuchs gar um rund 6000 auf 10’000 m2.
G20-VORBEREITUNGEN: Zwei Jahre nach der Finanzkrise steuern die wichtigsten Wirtschaftsmächte (G20) auf neue Konflikte zu. Nach dem Währungsstreit heizen die USA nun die Debatte um den Abbau der Ungleichgewichte in der Weltwirtschaft an und provozieren damit insbesondere Deutschland. Der US-Finanzminister hatte kurz vor dem G20-Treffen in einem Brief einen Vorschlag zum Abbau der globalen Ungleichgewichte unterbreitet. Darin verlangte er, Handelsüberschüsse und -defizite innerhalb einer Bandbreite von vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu begrenzen. Auch sollten sich Länder mit hohen Exportüberschüssen verpflichten, etwa mit Steuererleichterungen die heimische Nachfrage anzukurbeln. Dies würde vor allem China, Japan und Deutschland betreffen.
ERICSSON VERDIENT ÜBERRASCHEND GUT: Der schwedische Telekom-Ausrüster Ericsson hat durch den Ausbau mobiler Breitbandnetze und Gewinne der Handy-Tochter im dritten Quartal überraschend gut verdient. Der Gewinn stieg gegenüber dem zweiten Quartal um 75 Prozent auf 3,6 Mrd. Kronen (523 Mrd. Franken). Im Vergleichsquartal des Vorjahres war Ericsson mit 0,8 Mrd. Kronen nur knapp in der Gewinnzone gelandet. Der Umsatz stieg in den letzten zwölf Monaten aber nur leicht um zwei Prozent auf 47,5 Mrd. Kronen.
VOLVO-LASTWAGEN WIEDER MIT GEWINN: Dank guter Geschäfte in Lateinamerika und Asien ist der Lastwagenkonzern Volvo im dritten Quartal in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Der weltweit zweitgrösste Lastwagenhersteller nach Daimler erzielte einen Gewinn von 2,9 Mrd. Kronen (421 Mio. Franken). Im Vorjahreszeitraum hatte der schwedische Konzern noch einen Verlust in gleicher Höhe erlitten. Der Umsatz stieg um 32 Prozent auf 64 Mrd. Kronen.

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