Navigation

Skiplink navigation

Tech-Abgänger zeigen unternehmerischen Geist

High Tech von der Hochschule. Keystone

Schweizer Abgänger der technischen Hochschulen haben in den letzten zehn Jahren zwischen 19'000 und 24'000 Stellen geschaffen.

Dieser Inhalt wurde am 10. Januar 2005 - 14:49 publiziert

Eine Studie zeigt, dass eine grosse Anzahl Ingenieure und Informatiker Unternehmen gegründet haben. Dies entgegen der Meinung, die Schweiz sei wenig innovativ.

Die Studie, die das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) zusammen mit drei Beraterfirmen im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms 43 (Bildung und Beschäftigung) durchgeführt hat, schätzt, dass diese Unternehmer zwischen 230 und 290 Firmen pro Jahr gegründet haben.

Gute Chancen für Spin-offs

Während gemäss dem Bundesamt für Statistik schweizweit über die Hälfte der Neugründungen nach vier Jahren schliessen müssen, liege die Überlebensrate bei Spin-offs von Hochschulen bei beachtlichen 85%.

Auch gebe es einen Unterschied zwischen Abgängern der eidgenössischen technischen Hochschulen Zürich (ETH) und Lausanne (EFPL) und jenen der Fachhochschulen.

Während rund 22% der Hochschul-Abgänger ihre eigene Firma gründeten, waren es bei den Fachhochschul-Absolventen rund 12%. All diese Firmen würden sich gut halten: Zwischen 40 und 60% sind nach zwei Jahren bereits in den schwarzen Zahlen.

Für Adrian Berwert, einen der Autoren der Studie, spielt die Erfahrung im Beruf eine wichtige Rolle, wenn es darum gehe, sich als Spezialist selbständig zu machen.

"Der Wunsch nach einer eigenen Firma wächst mit der beruflichen Praxis", sagt er gegenüber swissinfo. "Die Aussicht, konkrete Projekte mitzunehmen, spielt ebenso eine wichtige Rolle."

Im Normalfall würden die Spezialisten nach sieben bis neun Jahren Berufserfahrung ihre eigene Firma gründen. So auch Andreas Jacob, der vor zehn Jahren die ETH verliess.

Erfolgsgeschichte

Seine Firma Avantec beschäftigt heute 14 Angestellte und bietet mittleren bis grossen Unternehmen IT-Sicherheitslösungen an.

Laut Jacob hat ihm die ETH eine fachgerechte Ausbildung in Sachen Firmengründung geboten. Doch im realen Leben sei dies nicht genug gewesen, wie seine Erfahrungen mit den Angestellten gezeigt hätten.

"Unsere Angestellten kommen grösstenteils vom Institut, und zu Beginn sind sie sehr gut auf ihrem Gebiet", so Jacob. "Dann aber realisieren wir, dass sie ein eher limitiertes Wissen haben in Sachen Ökonomie, Projekt-Management, Budgets, Preise und Zeitabläufe."

Daher sei es wichtig, dass die Ausbildungsstätten ihren Studentinnen und Studenten mehr Wissen aus der realen Welt mitgeben würden.

Berwert stimmt dem zu. Die Studierenden sollten regelmässig erfolgreiche Geschäftsleute treffen können. Ausserdem sollten ihnen so genannte "soft skills" beigebracht werden wie etwa die legalen und administrativen Aspekte einer Unternehmensgründung oder Projekt-Management und Kommunikation.

Bessere Ausbildung

Ein weiteres Problem ist das nötige Startkapital, um eine Firma zu gründen. Hier dürfe das Umfeld der Universität und ihrer Studenten-Organisationen nicht unterschätzt werden, betont Berwert.

"Das Kontaktpotenzial unter Studierenden ist enorm. Eine grosse Anzahl von Absolventen haben ihre Firma zusammen mit früheren Studienkameraden gegründet."

Obwohl einige Institute spezielle Kurse und Infrastrukturen für Firmengründungen anbieten würden, könnten speziell die Fachhochschulen in diesem Bereich noch etwas zulegen.

Und noch etwas hat die Studie gezeigt: Hauptgrund für eine Firmengründung ist laut Berwert nicht die Aussicht auf viel Geld und Ruhm. "Die Leute wollen unabhängig sein und ihre Idee verwirklichen. Diese Aspekte sind viel wichtiger als ein hohes Einkommen oder Prestige."

swissinfo, Faryal Mirza
(Übertragen aus dem Englischen: Christian Raaflaub)

Fakten

Für die Studie wurden 935 Personen befragt, die zwischen 1985 und 2002 abgeschlossen haben.
Sie hatten Ingenieurwesen oder Informatik an den eidgenössischen technischen Hochschulen Zürich und Lausanne oder an einer Fachhochschule studiert.

End of insertion

In Kürze

Eine hohe Anzahl der Absolventen der eidgenössischen technischen Hochschulen Zürich und Lausanne oder der Fachhochschulen hat eine eigene Firma gegründet.

Diese Personen haben in den letzten zehn Jahren zwischen 19'000 und 24'000 Stellen geschaffen.

Hauptgrund für eine Unternehmensgründung ist der Wunsch nach Unabhängigkeit, aber auch das Entdecken einer Marktlücke.

End of insertion

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen