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Transocean/Hoffnungsschimmer und Hiobsbotschaft im Kampf gegen Ölpest

Dieser Inhalt wurde am 17. Mai 2010 - 13:21 publiziert

VENICE/WASHINGTON (awp international) - Nach fast vier Wochen im Kampf gegen die Ölpest vor der US-Küste gibt es sowohl einen Hoffnungsschimmer als auch eine Hiobsbotschaft: Experten des Ölkonzerns BP ist es am Sonntag gelungen, einen Teil des ausströmenden Öls abzusaugen. Gleichzeitig gaben aber US-Wissenschaftler Alarm für die Tiefsee. Riesige Ölschwaden wurden unter der Wasseroberfläche entdeckt. Diese seien bis zu 16 Kilometer lang, sechs Kilometer breit und hätten eine Höhe von rund 100 Meter. Der Sauerstoffgehalt in der Nähe der Ölschwaden liege bereits rund 30% unter den Normalwerten, dies könnte sich zu einer Gefahr für Meerestiere auswachsen.
BP warnte zugleich: Um das Leck in 1'500 Meter Tiefe endgültig zu schliessen, dürften noch bis zu zehn Tage vergehen. In einer Erklärung des US-Innen- und des Heimatschutzministeriums hiess es auch lediglich, BP hat einen weiteren Test Versuch unternommen, die Ölpest einzudämmen. "Diese Technik stellt keine Lösung des Problems dar, und es ist noch unklar, wie erfolgreich sie sein könnte."
Den BP-Experten gelang es nach eigenen Angaben am Sonntag, ein Absaugrohr in die defekte Steigleitung einzuführen und Öl auf einen Tanker abzupumpen. Unklar ist nach Angaben von BP-Manager Kent Wells allerdings, wie viel des ausströmenden Öls aufgefangen werde.
Die von BP betriebene Bohrinsel "Deepwater Horizon" war am 20. April im Golf von Mexiko explodiert. Der Konzern hatte sie von Transocean geleast. Zwei Tage später sank die Plattform, seither strömen täglich schätzungsweise 800'000 Liter Öl aus und bedrohen die Küstengebiete mehrerer südlicher US-Bundesstaaten.
pm/bj/DP/stw/cc

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