The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter

Tui Travel: Last-Minute-Trend schmälert Gewinn – Winter startet stark (AF)

LONDON (awp international) – Beim weltgrössten Reiseveranstalter Tui Travel drückt der Trend zum Last-Minute-Urlaub weiterhin auf den Gewinn. Sowohl in der zu Ende gehenden Sommersaison als auch für den bevorstehenden Winter zogen die Buchungen zwar kräftig an, wie die Tochtergesellschaft des Hannoveraner Tui-Konzerns am Dienstag in London mitteilte. In Grossbritannien, wo bereits das schwache Pfund das Geschäft erschwert, verdiente Tui Travel wegen der Preisschlacht im Last-Minute-Geschäft jedoch weniger als erhofft. Auch in Deutschland zogen die Buchungen besonders stark erst im August und September an.
Die Tui-Travel-Aktie reagierte mit einem Kurssprung auf die Nachrichten. Am Morgen legten sie in London um 3,18 Prozent im Plus bei 223,70 britische Pence zu. Die Papiere des Mutterkonzerns Tui notierten wie der MDax nahezu unverändert bei 8,617 Euro.
Das Management um Tui-Travel-Chef Peter Long will nun den eingeschlagenen Sparkurs weiterverfolgen. Vor allem in Grossbritannien und bei der französischen Konzernfluglinie Corsair wird der Rotstift angesetzt. Für das Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr rechnet Long deshalb auch mit zusätzlichen Kosten für den Konzernumbau. An den bereits im August zusammengestrichenen Gewinnerwartungen für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr hält der Manager fest. Den gesamten Geschäftsbericht will Tui Travel am 2. Dezember vorlegen.
Für Reiseveranstalter ist das Sommerquartal die wichtigste Zeit des Jahres. Dann fahren sie den Löwenanteil ihrer Gewinne ein. In diesem Jahr hatte Tui Travel wie viele Mitbewerber unter den Flugausfällen wegen der Vulkanasche aus Island zu leiden, die die Kunden über mehrere Wochen hinweg verunsicherten. Sorgen wegen der Wirtschaftsentwicklung drückten vor allem im wichtigen Markt Grossbritannien aufs Geschäft.
Dennoch verzeichnete Tui Travel bis Ende September in fast allen Märkten mehr Urlaubsbuchungen als ein Jahr zuvor. «Das zeigt, dass die Nachfrage nach unseren Urlauben intakt ist und das trotz des Trends zum späten Buchen im Vereinigten Königreich», sagte Long. In Grossbritannien zählte Tui Travel zwei Prozent mehr Reisende als ein Jahr zuvor, während die verkauften Reisen auch wegen der Währungskursentwicklung im Schnitt um zehn Prozent teurer ausfielen.
In Deutschland wie in der gesamten Region Mitteleuropa wuchs die Zahl der Tui-Travel-Kunden um fünf Prozent. Die Preise gingen jedoch um zwei Prozent in den Keller. Viele deutsche Kunden hatten ihren Sommerurlaub erst spät gebucht: 18 Prozent mehr als ein Jahr zuvor entschieden sich erst im August und September für eine Tui-Reise. In Westeuropa, wozu das Unternehmen Frankreich, Belgien und die Niederlande zählt, legten die Sommerbuchungen bei stabilen Preisen insgesamt um fünf Prozent zu.
Für den Winter 2010/2011 spürt Tui Travel bislang eine stark wachsende Nachfrage. Nachdem im Vorjahr die Wirtschaftskrise für Zurückhaltung unter den Urlaubern gesorgt hatte, stockte der Veranstalter seine Flug- und Hotelkapazitäten nun vorsorglich wieder auf. In Grossbritannien betrug das Buchungsplus zuletzt 7 Prozent, in Mitteleuropa 10 und in Westeuropa 14 Prozent. Im Schnitt wurden die verkauften Reisen den Angaben zufolge dabei in fast in allen Ländern teurer./stw/she/wiz

Beliebte Artikel

Meistdiskutiert

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft