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Vargas Llosa möchte nicht zwischen Lula und Bolsonaro entscheiden

ARCHIV - Der peruanische Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa spricht während Eröffnung des Internationalen Literaturfestivals 2020 im Kammermusiksaal der Philharmonie. Foto: Annette Riedl/dpa Keystone/dpa/Annette Riedl sda-ats

(Keystone-SDA) Dem peruanischen Literatur-Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa würde die Wahl zwischen dem rechtspopulistischen Amtsinhaber Jair Bolsonaro und dem linken Ex-Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva in Brasilien schwer fallen. «Ich würde nicht in der Situation sein wollen, zwischen Lula und Bolsonaro wählen zu müssen», sagte Vargas Llosa in einem Interview der brasilianischen Zeitung «Folha de S. Paulo» am Samstagabend (Ortszeit), rund zwei Monate vor der Präsidentenwahl in Brasilien. «Aber ich würde wirklich niemals für Lula stimmen.»

Lula sei zutiefst korrupt gewesen und habe im Rahmen des Schmiergeldskandals «Lava Jato» (Autowäscherei) eine sehr negative Rolle in Peru gespielt. Auch für Bolsonaro äusserte Vargas Llosa nicht viel Sympathie. «Mit seiner Haltung zu Impfstoffen hat er in Brasilien eine echte Katastrophe ausgelöst», sagte der Schriftsteller. «Zudem hat er eine gewisse Begabung für die Clownerei, nicht wahr?»

Vor der Stichwahl um das Präsidentenamt in Peru im vergangenen Jahr hatte Vargas Llosa sich für die Rechtspopulistin Keiko Fujimori ausgesprochen, vor der zweiten Runde der Präsidentenwahl in Chile seine Unterstützung für den ultrarechten Kandidaten Antonio Kast zum Ausdruck gebracht.

Mit seinen radikalliberalen Positionen ist der 86-Jährige, der als Kandidat bei der Präsidentenwahl in Peru 1990 Alberto Fujimori unterlagen war, in der linkslastigen lateinamerikanischen Intellektuellenzunft ein Aussenseiter.

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