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Wachstumsmotor Handy

Die BAK-Studie wurde in Bern der Öffentlichkeit vorgestellt. Keystone

Mobilkommunikation ist ein wichtiger Bestandteil der Schweizer Volkswirtschaft geworden, sagt eine Studie. Deshalb soll es keine Verschärfung der Antennen-Grenzwerte geben.

Dieser Inhalt wurde am 26. Februar 2002 - 16:26 publiziert

Die Kommunikations-Branche erwirtschaftet in der Schweiz rund drei Prozent des Bruttoinland-Produktes und beschäftigt 2,5 Prozent aller Erwerbstätigen. Allerdings arbeiten "nur" 0,5 Prozent davon im Mobilfunk. Das sind Eckwerte einer vom Dachverband der Schweizer Wirtschaft economiesuisse bei der Konjunkturforschung Basel AG (BAK) in Auftrag gegebenen Studie.

Mehr Wertschöpfung

Die eigentlichen Aussagen der Studie liegen anderswo, in der indirekten Bedeutung des Mobilfunkes in der Schweiz. Demnach gibt es Branchen, die ihre Wertschöpfung dank der Mobil-Kommunikation massiv gesteigert haben.

Beispielsweise die Branchen Verkehr und Logisitik, die Versicherungen, das Baugewerbe oder der Grosshandel, aber auch die Investitions-Güterindustrie. Rudolf Ramsauer von economiesuisse drückte sich gegenüber swissinfo so aus: "Der Mobilfunk wird für die zukünftige Entwicklung der Schweizer Wirtschaft eine Schlüssel-Technologie sein."

Frankenbeträge fehlen

Genaue Zahlen, was die Mobil-Kommunikation der Schweizer Wirtschaft bringt, kann die Studie nicht liefern. Rudolf Ramsauer: "Die Macher der Studie haben es versucht, offenbar war es zu schwierig, verlässliche Zahlen in Franken und Rappen zu machen."

Allerdings weise die Studie eine wichtige Zahl aus: "40 Prozent der Schweizer Volkswirtschaft benutzt diese Technologie." Wobei die Sprachtechnologie künftig durch die Übertragung von komplexeren Daten ergänzt werde (HSCSD, GPRS oder UMTS).

Relevant für den Wirtschaftsstandort Schweiz

Eine weitere wichtige Aussage der Studie: Die Qualität der künftigen Mobil-Kommunikation wird auch die Qualität und die Wettbewerbs-Fähigkeit des Wirtschafts-Standortes Schweiz bestimmen.

Hier hakt economiesuisse ein. Die Wirtschaft sorge sich um die Zukunft. Die Schweiz verfüge heute schon, zusammen mit Italien, über die weltweit strengsten Grenzwerte bei der Abstrahlung von Mobilfunk-Antennen. Ramsauer warnt nun davor, angesichts der grossen wirtschaftlichen Bedeutung der Technologie, die Schutzbestimmungen zu verschärfen.

Economiesuisse spricht von einem Faktor 2, um den das zuständige Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) die Grenzwerte verschärfen will. Das BUWAL selber dementiert gegenüber swissinfo diese Befürchtung und spricht von einer "Behauptung" seitens der Wirtschaft.

Demnächst werde eine verbindliche Vollzugs-Empfehlung geschaffen. Diese verschärfe keine Grenzwerte, sondern lasse die heutigen Vorsorgewerte der so genannten NIS-Verordnung bestehen.

Betreiber wollen Antennewald verhindern

Die Schweizer Mobilkommunikations-Betreiber (Orange, Sunrise, Swisscom und 3G Mobile) haben sofort reagiert und noch an der Vorstellung der BAK-Studie in Bern ihre Forderung deponiert.

Darin wird die Schweizer Regierung, der Bundesrat, aufgefordert, "angesichts der volkswirtschaftlichen Bedeutung der Mobilkommunikation nun rasch für vernünftige und praktikable Umsetzungs-Richtlinien für die Errichtung von Mobilfunk-Antennen zu sorgen".

Weiter fordern die Betreiber, dass durch gemeinsam genutzte Antennen keine unnötigen "Antennenwälder" entstehen. Doch gerade diese Forderung nach gemeinsamen Antennen-Standorten hat ihre Tücken: Je mehr Benutzer eine Antenne hat, desto stärker strahlt sie ab.

Urs Maurer

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