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Wie ein HSG-Student das Anlegen unter Jugendlichen einschätzt

Keystone-SDA

"Ich würde nur in Produkte investieren, die ich selbst verstehe" Schon als Kantonsschüler beschäftigte sich der heutige HSG-Student Jonathan Mösli mit dem Investieren und schrieb seine Maturaarbeit darüber. Im Interview erklärt er, weshalb sich junge Menschen früh mit Geldanlagen befassen sollten, welche Fehler sie vermeiden können und warum er selbst vor allem auf ETFs setzt.

(Keystone-SDA) Sie waren schon in sehr jungen Jahren am Investieren interessiert. Wissen Sie noch, wie es dazu kam?

Ich bin damals auf den YouTube-Kanal «Finanzfluss» gestossen, welcher das Thema in kurzen Videos faktenbasiert und ansprechend aufbereitet – speziell für ein junges Publikum.

Sie schrieben sogar Ihre Maturaarbeit zum Thema Anlegen.

Ja, die Videos veranlassten mich, mich im Rahmen meiner Maturaarbeit vor ein paar Jahren mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Die Arbeit hiess «Investieren als Jugendlicher – ein Ratgeber». Ich versuchte, einen kompakten Ratgeber für Jugendliche zu verfassen, die sich erstmals mit dem Thema auseinandersetzen.

Wieso sollten Ihrer Meinung nach Jugendliche und junge Erwachsene investieren?

Hierzu gibt es aus meiner Sicht hauptsächlich zwei Gründe: Einerseits zwingt es Jugendliche, sich bewusst mit dem Thema Finanzen auseinanderzusetzen und die eigene – wenn auch noch bescheidene – Vermögenssituation einzuordnen und sich bereits mit deren Entwicklung zu beschäftigen. Andererseits gibt es das Argument der Rendite.

Was hat sich seit Ihrer Maturaarbeit verändert?

Investieren ist noch niederschwelliger geworden. Gab es 2019 noch eine Handvoll Anbieter in der Schweiz, welche günstige Aktienfonds beziehungsweise ETFs (engl. Exchange Traded Funds, Anm. d. Red.) anboten, sind es heute einige mehr. Die Benutzerfreundlichkeit hat zugenommen und das Investieren «kinderleicht» gemacht. Ausserdem wurden die Kosten für Anleger weiter gesenkt, was das Investieren noch attraktiver macht.

Wieso, denken Sie, interessieren sich junge Leute heute bereits sehr früh für das Thema?

Ich würde sagen, das Thema Krypto und die Bedeutung von Social Media haben dem Thema viel Dynamik verliehen. Dabei erreichen aus meiner Sicht besonders weniger seriöse Influencer mittels reisserischer Vermarktung Aufmerksamkeit. Auch das Stichwort Gamification (Einsatz spielerischer Elemente in Apps oder auf Handelsplattformen, die Investieren attraktiver und unterhaltsamer machen sollen, Anm. d. Red.) würde ich hier nennen.

Welche Tipps können Sie jungen Anlegern und Anlegerinnen geben?

Als riskant erachte ich das Investieren in Finanzprodukte mit undurchsichtigen Kostenstrukturen und komplexen Konstruktionen. Rendite hängt bekanntlich mit Risiko zusammen, und Letzteres gilt es genau zu verstehen. Ich würde daher nur in Produkte investieren, die ich selbst verstehe. Generell empfehle ich, nur Geld zu investieren, das in den nächsten zehn Jahren nicht zwingend benötigt wird. Ausserdem kann ein Sparplan bei einem gezielten Vermögensaufbau helfen. Über einen solchen investiert man per Dauerauftrag in ein Anlageprodukt – ohne selbst jeden Monat aktiv werden zu müssen. Das passive Investieren erachte ich als guten Start.

Wie legen Sie selbst an?

Ich investiere fast ausschliesslich in passive Fonds, nämlich ETFs. Somit wird mein Geld kostengünstig in einen Aktienindex angelegt. Ausserdem habe ich ein «Spasskonto», über das ich Krypto-Währungen und einzelne Aktien handle. Das Geld auf diesem Konto betrachte ich – überspitzt formuliert – als verloren, freue mich aber über jede gute Investition.

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