Willi Gohl hat Entscheidendes zum Chorwesen der Schweiz beigetragen
(Keystone-SDA) Zürich – Der Musiker und Musikpädagoge Willi Gohl ist am Dienstag im Alter von 84 Jahren im zürcherischen Küsnacht gestorben. Die dortige Gemeindeverwaltung bestätigte eine entsprechende Meldung im Winterthurer «Landboten».
Einen Namen gemacht hat sich Gohl vor allem als Förderer des Chorwesens in der Schweiz. 27 Jahre lang leitete er das Konservatorium Winterthur, das er zu einer namhaften Ausbildungsstätte machte.
Er war Mitherausgeber des «Grossen Liederbuchs»: Bekannte und unbekannte deutsche Volks- und Kinderlieder sind darin gesammelt und mit unkonventionellen Bildern des Künstlers Tomi Ungerer illustriert. Einem breiten Publikum bekannt wurde Gohl mit seinen «Offenen Singen», die teils auch im Radio übertragen wurden.
Gohl wurde am 23. Dezember 1925 geboren. Nach der Ausbildung zum Lehrer studierte er am Konservatorium in Zürich Klavier und Schulmusik. Zehn Jahre lang unterrichtete er an der damaligen Töchterschule in Zürich, bevor er sich ganz dem Beruf des Musikers widmete.
1955 gründete er den Singkreis und trat als Dirigent von Chor und Sinfoniekonzerten auf. 1959 wurde er als Direktor des Konservatoriums – damals eine recht bescheidene Einrichtung – nach Winterthur gerufen. In der Eulachstadt blieb er zeitlebens.
1952 heiratete er die Sängerin Verena Müller. Die beiden traten immer wieder zusammen auf: sie als Solistin in seinen Chorkonzerten, er als Begleiter an ihren Liederabenden. Das Paar hat drei Töchter und zwei Söhne, die laut «Landbote» alle eine musikalische Laufbahn einschlugen. Seine letzte Lebenszeit verbrachte Gohl in einer Pflegeeinrichtung in Küsnacht.