Weihnachten auf der Luxus-Tropeninsel

Weihnachten in der Luxusvilla mit Privatpool im Tropenparadies kann sich nicht jedermann leisten. Frégate Island Private

Über die Weihnachtstage die Sonne geniessen, am Strand liegen, Schnee und Kälte zurücklassen, das wünschen sich viele. Wie feiert man Weihnachten in einem der exklusivsten Luxushotels auf den Seychellen?

Dieser Inhalt wurde am 24. Dezember 2010 - 14:27 publiziert
Etienne Strebel, swissinfo.ch

Nur wenige Menschen können sich einen Urlaub auf Frégate Island Private leisten. Dort legt man für eine Übernachtung mehr Geld auf den Tisch als eine Warenhauskassiererin in der Schweiz im Monat verdient.

"Das Hotel, das ich führe, befindet sich auf einer rund 3 Quadratkilometer grossen Seychellen-Insel", erzählt der Berner Oberländer Marc Aeberhard gegenüber swissinfo.ch am Telefon.

Mit seiner kleinen Management-Gesellschaft hat er sich spezialisiert auf die Bewirtschaftung, Eröffnung und Sanierung von Klein- und Kleinsthotels im Luxusbereich. "In diesem Rahmen haben wir seit fast vier Jahren das Mandat von Frégate Island Private", sagt er. Wem die Tropeninsel gehört, will er nicht verraten: "Die Besitzer wollen nicht genannt werden."

Zwischen 60 und 70% seiner Arbeitszeit verbringt Aeberhard auf den Seychellen. Er ist stolz auf die einheimische Flora und Fauna seiner mittlerweile unter Naturschutz stehenden Hotelinsel. Sie beherbergt Tier- und Pflanzenarten, welche es nirgendwo sonst auf der Welt gibt. "In dieses Naturreservat wurden vor einem Dutzend Jahren 16 Villen gesetzt, die heute einer exklusiven Klientel zur Verfügung stehen."

Die für Normalsterbliche unerschwinglichen Übernachtungspreise rechtfertigt Aeberhard mit dem Angebot. So ist die gesamte Insel den Hotelgästen vorbehalten. Es gibt keinen Zutritt für Tagesgäste.

Weiter verspricht jede der grosszügig eingerichteten Villen eine hohe Privatsphäre, natürlich freien Ausblick aufs Meer, einen Privatpool und/ oder Jacuzzi.

Das Essen wird soweit wie möglich aus Produkten zubereitet, die auf der Insel selbst wachsen.

Fernab von Schnee und Hektik

Was treibt Menschen zur Weihnachtszeit auf die abgelegene Frégate-Insel? "Zum einen wollen die Menschen der Hektik entfliehen, welche die Menschheit um die Weihnachtszeit jeweils besonders heimsucht" ist Aeberhard überzeugt.

"Wir kultivieren bewusst Slow Travel und Slow Food. Man kann sich bei uns der Musse der Langsamkeit hingeben. Der Urlaub soll bei uns zur Entdeckungsreise zu den eigenen Sinnen werden."

Zum anderen wollen viele Gäste auch einfach nur der Kälte und Nässe entfliehen und die Tropensonne und die schönen Strände geniessen.

Weihnachtsfeier für die Gäste...

Schnee und Kälte nein, aber Weihnachtsfeier ja. Werden nun einfach Palmen mit Kerzen, Weihnachtskugeln und Lametta geschmückt?

"Ich mag keinen künstlichen Advent", erklärt Aeberhard. "Entweder macht man etwas richtig oder man lässt es bleiben. Weihnachten findet bei uns nicht mit dekorierten Palmwedeln statt. Wir erlauben uns einen gewissen Luxus und lassen jeweils einen richtigen Tannenbaum einfliegen." Darauf kommen echte Baumkerzen und Baumschmuck aus Fachgeschäften aus der Schweiz. Die dabei aufkommende Weihnachtsstimmung sei auch für die anwesenden Kinder wichtig.

Für dieses Jahr hat Aeberhard zudem ein Streichquartett des Symphony Orchestra von Kinshasa eingeladen.

"Es sind Laienmusiker, die sich mit ganz viel Enthusiasmus und Begeisterung der klassischen Musik verschrieben haben. Wir bieten ihnen eine Plattform, vor einem internationalen Publikum zu spielen. Wie gross die Qualität der Weihnachtslieder aus dem Kongo sein wird, bleibt abzuwarten."

Das Hotel hält auch ein Geschenk für seine Gäste bereit. "Es gibt etwas für die Damen, etwas anderes für die Herren und etwas für die Kinder."

Auch die Gäste bringen Weihnachtsgeschenke mit. Manchmal bleiben diese auf der Strecke, wenn Koffer auf der Reise falsch geleitet werden oder verloren gehen. "In so einem Fall helfen wir auch aus, so gut wir können", erklärt Aeberhard die vielfältigen Aufgaben eines Hoteliers.

... und für die Mitarbeitenden

Da die Seychellen ein katholisches Land sind, feiert auch die Bevölkerung Weihnachten. "Der Grossteil unserer Mitarbeitenden stammt aus Ostafrika oder den Seychellen selbst. Weitere kommen aus Südafrika, Tansania, Simbabwe, Kenia, Indien, Sri Lanka und Bangladesch."

Der Grossteil der Crew entstamme einem christlichen Umfeld. Für diese sei es wichtig, dass Weihnachten auch entsprechend gefeiert werde.

"Wir veranstalten jeweils ein paar Tage vor Weihnachten eine Feier für die Mitarbeitenden. Da gibt es ein schönes Weihnachtsessen und für jeden ein Geschenk", sagt Aeberhard, der dieses Jahr ohne Familie auf der Tropeninsel weilt.

Heimweh nach Kälte und schneeverhangenen Tannen

 "Für mich ist Weihnachten etwas sehr Wichtiges, sehr Schönes, das ich sehr gerne feiere. Aber in der Hotellerie ist das nicht immer möglich. Hier stehen die Gäste und die Mitarbeitenden im Vordergrund. Ich werde dann im Nachhinein, praktisch orthodox, Weihnachten feiern", sagt Aeberhard.

Er lebt seit rund 11 Jahren in den Tropen und anderen warmen Gebieten. Wenn er etwas vermisst, dann sind es die Jahreszeiten. Gerade jetzt in der Weihnachtszeit. Für ihn sind Kälte und schneeverhangene Tannen ein ganz tolles Gefühl und ein wesentlicher Bestandteil des Weihnachtszaubers.

"In den letzten Jahren konnte ich keine weissen Weihnachten feiern. Ich freue mich sehr, wenn ich das in den kommenden Jahren wieder einmal erleben darf."

Marc Aeberhard

Der 1968 Geborene verbringt einen Teil seine Kindheit in Japan, Iran und Mexiko.

Studium Business Administration, Abschluss mit lic. rer. pol. an der Universität Bern.

Diplomabschluss der Ecole Hotelière in Lausanne.

Leitung verschiedener Luxushotels im In- und Ausland

Seit 2004: Präsident und Managing Director der Luxury Hotel & Spa Management Ltd (LHSM). Seine Firma ist spezialisiert auf die Bewirtschaftung, die Eröffnung und Sanierung von Klein- und Kleinsthotels im Luxusbereich. Projekte gibt es in Sri Lanka, der Ukraine, den Seychellen, Maldives Marokko und in der Schweiz.

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Seychellen

Die Republik Seychellen besteht aus 42 Granitinseln und 73 Koralleninseln.

Hauptstadt Victoria auf der Insel Mahé (23'000 Einwohner).

Temperaturen: ganzjährig zwischen 24 und 30 Grad, Waqssertemperatur ganzjährig 26 Grad.

Vermutlich wurden die Seychellen von arabischen Händlern entdeckt.

1502 ankerten Schiffe von Vasco da Gamas Flotte bei den Amiranten-Inseln.

150 Jahre später wurden die Seychellen dauerhaft von den Franzosen besiedelt.

1811 wurden die Inseln nach einem Krieg britisch.

1903 wurden die Seychellen eine eigenständige Kolonie.

1970: Selbstverwaltung, 6 Jahre später folgte die Unabhängigkeit.

Rund 30% der arbeitenden Bevölkerung ist im Tourismus tätig, der rund 70% des Volkseinkommens erzielt.

Zwei Orte auf den Seychellen gehören zum Unesco-Weltnaturerbe.

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Naturschutz

Das Hotelprojekt auf Fregate Island Private stehe mit dem Naturschutz nicht auf Kriegsfuss, so Aeberhard. "Wir haben vor über 12 Jahren die eingeschleppten ‘Plagegeister‘, Jäger und Tiere, die nicht natürlicherweise auf dieser Insel vorkommen, ausgemerzt. Allen voran die Nagetiere, Ratten und Mäuse, dann aber auch Nutztiere, die auf dieser Insel gehalten wurden, inklusive Kühen, Schweinen, Hunden und Katzen."

Daneben wurde mit der Abholzung eingeschleppter Pflanzenarten begonnen. Allen voran die auf den Seychellen natürlicherweise nicht vorkommende Kokospalme. "Parallel dazu wurde in ganz grossem Stil mit der Wiederaufforstung endemischer Pflanzen, vor allem Bäumen, begonnen."

So wurde seltenen seychellischen Tierarten wieder einen Lebensraum geschaffen. "Dazu gehört der Magpie Robin, die siebentseltenste Vogelart der Welt. Wir konnten die Population von 22 auf über 160 Tiere steigern."

Daneben gibt es andere rare Vogelarten aber auch Reptilien wie die Aldabra Riesen-Landschildkröte, die erwachsen bis zu 300 Kilogramm auf die Waage bringt und weiter verschiedene Eidechsenarten wie Geckos und einige kleine Schlangenarten.

"Alle Kreaturen auf der Insel sind für den Menschen ungefährlich. Sie sind weder giftig noch beissen sie", so Aeberhard.

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