«Ada» will spielen
Der weltweit erste Computer-Organismus "Ada" wurde vom Institut für Neuro-Informatik der ETH und Uni Zürich (INI) entwickelt. "Ada" kann sehen, fühlen und Stimmungen ausdrücken. Die Öffentlichkeit wird diesen "Intelligenten Raum" im Mai während der Wissenschafts-Woche in Zürich kennenlernen.
Das Gehirn von «Ada» ist ein Computernetzwerk, ihre Sinnesorgane sind Kameras, Mikrophone und druckempfindliche Bodenplatten. Der begehbare Raum ist ein künstlicher Organismus. Er kann nicht nur wahrnehmen, sondern mittels Licht- und Musik-Signalen auch mit Menschen kommunizieren.
Fröhlich oder traurig
«Ada spielt gerne», erklärt der Projektleiter Paul Verschure gegenüber swissinfo. Wenn sie merke, dass Leute ihren Boden betreten, versuche sie, diese mit Signalen zum Fussball- oder Versteck-Spiel zu verleiten. «Mit Kindern spielt sie besonders gerne und wird dann ganz übermütig», fügt Verschure hinzu.
«Ada» kann aber auch traurig sein. «Dies geschieht dann, wenn die Leute nicht auf sie eingehen und spielen wollen», so Verschure. Dann ertönt im ganzen Raum ein dumpfer, melancholischer Ton.
«Wir wollen herausfinden, wie das Gehirn funktioniert», beschreibt Verschure die Forschungs-Tätigkeit des INI. «Wir glauben, das wir uns dem annähern können, wenn wir Systeme konstruieren, die auf ähnlichen Prinzipien basieren». Deshalb würden nicht einfach Computer gebaut, sondern Systeme, die mit der Welt interagierten.
Technologie mit eigener Meinung
Diese begehbare künstliche Welt soll zeigen, dass Wahrnehmung ein kreativer Akt sei. «Wir versuchen, eine Technologie zu entwickeln, die eine eigene Meinung hat», präzisiert Verschure. «Die Technologie von morgen wird Wesen hervorbringen, die nicht bloss Befehle ausüben, sondern wie Menschen lernfähig sind, Meinungen haben und mit der Welt kommunizieren».
Eine solche Technologie mache allerdings auch Angst, wie alles Neue, meint Verschure. So sei es wichtig, dass die Forscher mit der Öffentlichkeit vermehrt kommunizierten. Deshalb werde auch «Ada» mit anderen Prototypen des «Intelligenten Raums» im Mai während der schweizerischen Wissenschafts-Woche im Zürcher Haupt-Bahnhof und im Juli beim «Züri-Fest» mit der Öffentlichkeit in Kontakt treten.
Offen ist noch, ob «Ada» auch an der Expo.02 vorgestellt wird. Zur Zeit laufen Verhandlungen mit der Landes-Ausstellung über die Finanzierung dieses Auftritts.
Alina Kunz Popper
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