The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter
Top Stories
Schweiz verbunden
Podcast

Arbeitgeber-Chef fordert «mehr Lohn für Alle»

Peter Hasler überrascht selbst die Gewerkschaften. Keystone

Die Gewerkschaften erhalten unerwartete Schützenhilfe. Peter Hasler, Direktor des Arbeitgeberverbandes, hat am Donnerstag (06.07.) in einem Interview in der "Aargauer Zeitung" mehr Lohn für alle angekündigt.

Hasler sieht für nächstes Jahr ein dreifaches Signal für mehr Lohnerhöhungen als in den letzten Jahren: Arbeitsmarkt, Teuerung und Wirtschaftslage würden für generelle Lohnerhöhungen sprechen, sagte Hasler weiter. Ein weiteres relevantes Signal, die Leistung des Arbeitnehmers, stehe auf neutral.

«Man kann nicht jedes Jahr immer dieselben Leute mit Leistungsprämien honorieren. Irgendwann stösst man an die Lohnsystem-Grenze. Wir werden deshalb sicher wieder mehr generelle Lohnanpassungen haben. Mit anderen Worten: Das Signal steht auf Lohnanpassungen für alle», sagte Hasler im Interview weiter.

Die Gründe dafür sieht Hasler vor allem in der veränderten Situation am Arbeitsmarkt: «Inzwischen ist der Arbeitsmarkt ausgetrocknet, die Leute können sich an einer neuen Stelle bewerben». Die bessere Position der Arbeitnehmer führe dazu, dass der Arbeitsmarkt bei der Lohnfrage für die Firmen wieder ein zentrales Kriterium geworden sei.

Einen Trend zurück zu generellen Lohnanpassungen ortet Hasler auch in den Unternehmen. Die Anpassungen für untere Einkommen seien dabei teilweise auch eine Reaktion auf den Druck der Öffentlichkeit auf übertriebene Managergehälter und Boni für Topleute.

Gewerkschaften überrascht

Sowohl Vasco Pedrina, Präsident der Gewerkschaft Bau & Industrie (GBI) als auch Hans Müller, Sekretär des Föderativverbandes des Personals öffentlicher Verwaltungen zeigten sich gemäss «Aargauer Zeitung» positiv überrascht von Haslers Aussage.

Serge Gaillard vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) dagegen relativiert die Aussagen Haslers. Dieser äussere sich im Frühling immer relativ sanft, um dann im Herbst härtere Töne anzuschlagen, sagte Gaillard in der Zeitung.

swissinfo und Agenturen

Beliebte Artikel

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!

Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft