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Arbeitslosigkeit unter zwei Prozent

Mehr offene Stellen, weniger Arbeitslose. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat sich weiter entspannt. Keystone

Die Arbeitslosigkeit in der Schweiz ist erstmals seit über acht Jahren unter die Zwei- Prozent- Marke gesunken. Sie betrug im Mai 1,9 Prozent und düfte in den kommenden Monaten weiter zurückgehen.

Wirtschaftsminister Pascal Couchepin sprach an einer Pressekonferenz am Freitag (09.06.) von einem wichtigen Moment für die Schweizer Wirtschaft. Mit 1,9 Prozent sank die Arbeitslosenquote im Mai auf einen Drittel der höchsten Rate, die im Februar 1997 mit 5,7 Prozent erreicht worden war.

Die ausgezeichnete wirtschaftliche Lage sei konjunkturell bestimmt, aber auch der Flexibilität des Arbeitsmarktes, der stabilen Sozialpartnerschaft und der Qualität der Berufsleute zu verdanken, teilte das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) mit. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Mai betrug gegenüber April acht Prozent und gegenüber dem Vorjahr 30 Prozent, wie seco-Direktor Jean-Luc Nordmann sagte.

Knapp die Hälfte des Rückgangs sei saisonal bedingt, die andere Hälfte konjunkturell. Indizien für den guten Zustand des Arbeitsmarktes sind laut ihm auch der deutliche Rückgang der der Ausgesteuerten und der Kurzarbeit und das gestiegene Volumen der Stelleninserate.

Rund 70’000 Personen als arbeitslos registriert

Bei den Arbeitsämtern waren im Mai 69’788 Personen als arbeitslos registriert, 5’854 weniger als im Vormonat. Dazu kamen 55’495 als nicht arbeitslos geltende Stellensuchende. Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen erhöhte sich innert Monatsfrist um 1’219 auf 15’724. Im April lag die Quote noch bei 2,1 Prozent, vor einem Jahr bei 3,9 Prozent.

Letztmals auf gleicher Höhe wie im vergangenen Mai war sie im Januar 1992. Die Kurzarbeit sank im April um 24,2 Prozent, die ausgefallenen Arbeitsstunden nahmen gar um rund einen Drittel ab.

Der Anteil der Langzeitarbeitslosen sank von 32 Prozent Anfang 1998 auf heute 21 Prozent. Obwohl sich auch die Chancen der Ausgesteuerten verbesserten, eine neue Stelle zu finden, haben besonders ältere und unqualifizierte Personen immer noch Schwierigkeiten bei der Arbeitssuche.

Grosse regionale Unterschiede

Die Arbeitslosigkeit nahm in allen Kantonen ausser in Nidwalden, Obwalden, Zug, den beiden Appenzell und Graubünden ab. Im Ausmass zeigen sich grosse regionale Unterschiede. Mit 4,4 Prozent war die Arbeitslosigkeit im Kanton Genf am höchsten, gefolgt von der Waadt (3,0 Prozent) und dem Tessin (2,7 Prozent). Mit 0,3 Prozent die tiefste Arbeitslosigkeit herrscht in Appenzell Innerrhoden.

Basel-Stadt und Zürich weisen mit je 2,0 Prozent als einzige Deutschschweizer Kantone eine überdurchschnittlich Arbeitslosigkeit aus.

Laut Couchepin ist der Arbeitsmarkt zwar noch nicht ausgetrocknet, aber es zeichnet sich eine Verknappung des Angebots ab. An gut qualifizierten Arbeitskräften mangle es bereits, besonders in den Branchen Luftfahrt, Informatik, Fahrzeugbau, Forschung und Entwicklung, in der Maschinenindustrie und im Gesundheitswesen. Laut dem Volkswirtschaftsminister reichen die vorhandenen Kontingente für ausländische Arbeitskräfte aber aus.

Arbeitslosigkeit dürfte weiter sinken

Gemäss seco wird die Arbeitslosigkeit weiter sinken. Für das ganze Jahr 2000 rechnete es mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 2,0 Prozent oder 72’000 Personen, für 2001 mit einer Quote von 1,8 Prozent oder 65’000 Personen.

swissinfo und Agenturen

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