Bauwirtschaft im Aufwind
Die Schweizer Bauwirtschaft hat im ersten Semester bei starken regionalen Schwankungen einen Aufschwung erlebt. Die Zunahme der Bautätigkeit um 9,5 Prozent lag im Vergleich zum Vorjahr aber noch immer unter dem Niveau von 1990.
Privater und öffentlicher Bau entwickeln sich unterschiedlich
Laut dem jüngsten Lagebericht des Schweizerischen Baumeisterverbandes (SBV) zeigen der private und der öffentliche Bau wesentliche Entwicklungsunterschiede:
Der private Bau verzeichnete im ersten Halbjahr ein Wachstum um 7,7 Prozent im Vergleich zum ersten Semester 1999. Dabei legte insbesondere der gewerblich-industrielle Bau wegen der von der Industrie in den Konjunkturaufschwung gesetzten Hoffnung um 13,6 Prozent zu.
Die Bautätigkeit liege aber in diesem Bereich noch immer 54 Prozent unter dem Niveau von 1990, schreibt der SBV. Auch der Wohnungsbau liege trotz eines Wachstums von fünf Prozent noch unter dem Stand von 1990.
Der öffentliche Bau verzeichnete im ersten Semester eine Zunahme gegenüber dem Vorjahr von 12,1 Prozent. Die Ausgaben im öffentlichen Hochbau stiegen um 11,6 Prozent. Im Tiefbau nahm die Bautätigkeit um 12,2 Prozent zu. Sie überschritt dank zahlreichen Bahn- und Strassenprojekten das Niveau von 1990, wie der SBV betont.
Grosse regionale Unterschiede
Stark gebaut wird vor allem in den grossen Ballungszentren Zürich und Bern, aber auch in der Westschweiz und im Tessin. Die zahlreichen Bauaufträge in diesen Regionen haben nach Angaben des BV entscheidend dazu beigetragen, dass der Arbeitsvorrat schweizweit um 18,6 Prozent gestiegen sei. In den Kantonen Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden, Nidwalden, Glarus, Solothurn, Thurgau und Neuenburg war der Arbeitsvorrat hingegen rückläufig. Markant gestiegen sind die Neuinvestitionen in Baubetriebsinventar mit einem Plus von 48 Prozent.
Zahl der Beschäftigten stabil
Die Zahl der Beschäftigten stabilisierte sich bei einem leichten Plus von 0,3 Prozent bei rund 94’800. 43 Prozent der Betriebe im Bauhauptgewerbe meldeten allerdings gemäss dem Baukonjunkturtest der KOF/ETH (Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich) einen Mangel an Arbeitskräften.
swissinfo und Agenturen
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