Bieler Fototage zum Thema «objektiv subjektiv»
Am Samstag (02.09.) haben die vierten Bieler Fototage begonnen. Bis zum 1. Oktober sind insgesamt 15 Ausstellungen zu sehen. Acht davon sind dem Hauptthema " objektiv subjektiv" gewidmet.
Erstmals sind neben verschiedenen Räumen in der Altstadt die Museen im Pasquart-Quartier als Ausstellungslokale einbezogen. Dass das im renovierten Kunsthaus PasquART wiedereröffnete Photoforum an den Fototagen teilnehmen würde, drängte sich auf. Ungewöhnlich ist hingegen, dass das Urgeschichtsmuseum mitmacht.
Fotografie – Wahrheit oder Lüge?
Die Diskussion um die Beziehung zwischen Realität und Abbild ist älter als die Fotografie und reicht bis zu den alten Griechen zurück. Dass eine Fotografie nicht unbedingt ein wahres Spiegelbild ist, sondern lügen kann, ist ein Teil dieser Diskussion geworden. In diesem Spannungsfeld stehen die acht Hauptausstellungen.
Ein gutes Beispiel dafür und ein Höhepunkt der Fototage sind die mit Computertechnik veränderten historischen Fotos des Dreierteams Plonk & Replonk aus La Chaux-de-Fonds. Mit einem Ideenfeuerwerk voller Humor und ironischem Witz wird da helvetische Bodenständigkeit durch den Kakao gezogen.
Ein weiteres Beispiel ist das Plakat, welches eine schöne junge Frau darzustellen scheint, das in Wirklichkeit aber das Abbild einer Schaufensterpuppe ist. Daneben reicht die Spannweite der Ausdrucksformen von der klassischen Reportage-Fotografie eines Paul Almasy bis zur hochsubjektiven Verfremdung.
Die Mehrheit der Künstlerinnen und Künstler stammt aus dem Ausland und stellt zum ersten Mal in der Schweiz aus. Weiter haben die Organisatoren von ihnen entdeckte Talente eingeladen, dem Zürcher Nikon Image House eine Carte blanche gegeben sowie Arbeiten von Studenten und Schülern aufgenommen.
Finanzielle Probleme
«Letztes Jahr haben wir trotz des Grosserfolgs mit über 4’000 Besucherinnen und Besuchern ein Defizit hinnehmen müssen», gab Vincent Juillerat, Vorstandsmitglied des Trägervereins, an der Medienkonferenz zu den Fototagen bekannt. «Deshalb haben wir dieses Jahr alles ehrenamtlich gemacht.»
Auf die Dauer sei es aber nicht möglich, dass die drei Mitglieder des Direktionsbüros gratis ein Arbeitspensum von 30 bis 40 Prozent leisteten, sagte Juillerat weiter. Der Verein finde deshalb, dass die Stadt Biel die Fototage als nun etablierte Institution mit einem höheren finanziellen Beitrag unterstützen sollte.
swissinfo und Agenturen
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