CERN will der Antimaterie auf die Spur kommen
Das Europäische Laboratorium für Teilchenphysik (CERN) in Genf will den Geheimnissen der Antimaterie auf die Spur kommen. Mehrere Experimente sollen Antworten auf ungelöste Fragen der Wissenschaft liefern, wie das CERN am Donnerstag (10.08.) mitteilte.
Die Forschungsarbeiten werden womöglich zeigen, warum die Erde ausschliesslich aus Materie zusammengesetzt ist. Nach der Hypothese vom Urknall entstand zum Beginn des Universums genau gleich viel Materie und Antimaterie, doch von letzterer fehlt jede Spur.
Antimaterie-Teilchen sind seltene Partikel, die entgegengesetzt «normaler» Teilchen geladen sind. Während Protonen im Atomkern positiv und die Elektronen der Atomhülle negativ geladen sind, sind ein Anti-Proton negativ und ein Anti-Elektron positiv geladen.
1995 gelang es dem CERN, Atome aus Antimaterie künstlich herzustellen. Nun will das Laboratorium die besonders «turbulenten» Anti-Protonen quasi zum Stillstand bringen.
Die Forscher sollen sie danach in Ruhe studieren können und auch Anti- Wasserstoff herstellen, das Gegenstück zu Wasserstoff. Der Vergleich von Wasserstoff und Anti-Wasserstoff könnte nach den Erwartungen des CERN grundlegend neue Erkenntnisse zu Fragen der Physik liefern.
swissinfo und Agenturen
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