Der Schweiss fliesst
Pinguine im Kühlhaus, verbogene Bahngeleise, steigende Ozon-Pegel: Die Schweiz schwitzt. Am Donnerstag (02.08.) kletterten die Temperaturen auf 34 Grad Celsius, dem diesjährigen Höchstwert. Doch fertig damit: Die Hitzewelle soll ihr Ende haben.
Am Nachmittag haben die Thermometer der Meteo Schweiz (SMA) in Chur 33,7 Grad angezeigt. Damit wurde der Hitzerekord des laufenden Jahres gebrochen, wie Eugen Müller von Meteo Schweiz bestätigt. Auch in Basel und Sitten wurden mit 32,9 und 32,4 Grad neue Jahres-Höchstwerte gemessen.
Doch trotz diesen Temperaturen ist der bisherige Schweizer Hitze-Rekord ungefährdet: Im Juli 1952 wurden in Basel nämlich 39 Grad gemessen. «Dank seiner Höhenlage von nur rund 300 Meter über Meer ist Basel stets ein Anwärter für Rekord-Temperaturen», erklärt Meteorologe Müller.
Sonnenstuben Wallis und Tessin
Konstanter als in der Nordschweiz ist allerdings das Klima im Tessin und im Wallis: In Sitten kletterte das Thermometer in den letzten dreissig Jahren durchschnittlich an neun Tagen pro Jahr über die 30-Grad-Marke. So viele Hitzetage gab es nirgendwo sonst in der Schweiz.
Rekordträger bei den Juli-Höchstwerten ist Magadino (TI): Dort beträgt die mittlere Höchst-Temperatur im Juli 26,6 Grad, und mit 67 Tagen pro Jahr zählt Magadino auch die meisten Sommertage mit Temperaturen über 25 Grad.
Hitze-Probleme
Die Hitze macht nicht nur die Arbeit für die Tausenden von Arbeitenden unerträglich, sondern bringt gar den Schweizerischen Bundesbahnen SBB Ungemach: Die Lokführer müssen in ihren teils unklimatisierten Führerkabinen mit Temperaturen von über 40 Grad fertig werden.
Aber auch unter den Loks kocht es: Am Donnerstag führte die Hitze zu einer Gleisverwerfung auf der Bahnlinie zwischen Zug und Luzern; es kam zu einem kurzen Strecken-Unterbruch. Später konnten die Züge auf den verformten Gleisen nur mit 10 km/h fahren.
Handlungsbedarf besteht allerdings keiner: Sobald es wieder kälter wird, werden die Schienen ihre ursprüngliche Position wieder einnehmen.
Zoo-Tiere haben genug
Im Zürcher Zoo haben die Rekord-Temperaturen ebenfalls Auswirkungen. «In der Mittagshitze suchen sogar Echsen den Schatten», sagt Samuel Furrer, Kurator am Zoo. Die gegenwärtigen Temperaturen von über dreissig Grad seien für viele Tiere eine Belastung. Die meisten beschränken ihre Bewegungen auf ein Minimum.
Weil die Tiere meist hier aufgewachsen sind, seien sie aber gut an die Verhältnisse angepasst. Verlegt werden nur die Pinguine: Die fettgepolsterten Vögel aus der Antarktis verbringen den Sommer in einem Kühlhaus bei vier bis fünf Grad.
Ozon-Belastung zu hoch
Während der Hochsommertage überschreitet die Ozon-Belastung den Grenzwert von 120 Mikrogramm teils massiv. In Arbon wurde der Spitzenwert von 182 Mikrogramm gemessen. Doch auch in Wohn- und Naherholungs-Gebieten der Städte werden hohe Werte gemessen: 172 Mikrogramm in St. Gallen oder 171 Mikrogramm in Zürich.
Umsturz erwartet
Am Freitag (03.08.) soll es noch sonnig und heiss werden, in der Nacht könnten dann Gewitter das ersehnte Nass bescheren. Die Temperaturen sinken am Samstag auf 18 Grad am Morgen und 24 Grad am Nachmittag.
swissinfo und Agenturen
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