Grimselpass-Strasse nach Felssturz gesperrt
An der Grimselpass-Strasse sind auf dem Gebiet der Gemeinde Innertkirchen am Montag (04.09.) gegen 2'000 Kubikmeter Fels zu Tale gestürzt. Die Strasse bleibt mindestens bis Dienstagmorgen 08.00 Uhr geschlossen.
Der Alarm der automatischen Warnanlage zum Schutz der Passstrasse sei um 05.36 Uhr ausgelöst worden, sagte die Sprecherin des Gemeindeführungsorgans von Innertkirchen, Anita Banholzer, auf Anfrage.
Die Felsmassen hätten die Grimselpassstrasse jedoch nicht erreicht, sondern seien von den installierten Steinschlagnetzen und einem Waldstreifen aufgehalten worden.
Bei dem Felssturz in dem unbewohnten Gebiet sei niemand zu Schaden gekommen. Die rund 800 Meter lange Gefahrenstelle an der Passstrase sei mitteils der automatischen Lichtsignalanlage sofort gesperrt worden.
Rund 275’000 Kubikmeter Fels vom Absturz bedroht
Im Felssturzgebiet «Chapf» sind seit längerem ein Felspaket von 25’000 und ein solches von rund 250’000 Kubikmetern vom Absturz bedroht. Nachdem am Montagmorgen rund ein Viertel des kleineren Paketes abgestürzt ist, ist es laut dem Berner Oberländer Kreisoberingenieur Markus Wyss wahrscheinlich, dass sich in den nächsten Tagen auch der Rest des kleineren Paketes löst.
Ständig in Bewegung
Das kleinere Paket bewegte sich am Montagmorgen mit einer Geschwindigkeit von 10 mm pro Stunde, der grössere Block mit einer Geschwindigkeit von 1 mm pro Stunde. Mit dem Absturz der gesamten Formation sei vermutlich im kommenden Herbst zu rechnen, sagte Wyss.
Die Grimselstrasse bleibt laut Angaben von Banholzer mindestens bis Dienstag 08.00 Uhr gesperrt. Zurzeit seien weitere geologische Abklärungen im Gange. Für die lokale Bevölkerung bestehe eine Umfahrungsmöglichkeit.
Seit den 50-er Jahren bekannt
Das Gebiet «Chapf» wird seit einem kleinen Felssturz Anfang der fünfziger Jahre geologisch überwacht. Nachdem sich die Felsformation im Frühjahr 1999 stark bewegt hatte, wurde im Auftrag des Kantons Bern und der Gemeinde Innertkirchen im Sommer 1999 eine elektronische Warnanlage installiert. Jede Sekunde wird elektronisch mit zwei Distanzmessern die Felsbewegung gemessen.
Bei einem Abbrechen der gesamten Felsformation würde laut dem zuständigen Gelogen die Grimselstrasse auf einer Länge von 200 Metern rund 5 Meter hoch verschüttet.
swissinfo und Agenturen
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