Grünes Licht für Wellenberg-Bohrungen
Die Atomlobby ist dem Lager für radioaktive Abfälle Wellenberg einen Schritt näher gekommen: Sie darf das Gesuch für Probebohrungen einreichen. Über dieses wird die Bevölkerung des Kantons abstimmen.
Nach Ansicht von zwei behördlichen Fachgruppen ist das Konzept der Genossenschaft für Nukleare Entsorgung Wellenberg (GNW) für ein Lager für radioaktive Abfälle weit genug ausgearbeitet, damit das Gesuch für die Probebohrungen eingereicht werden kann. Diese Sondierungen sollen zeigen, ob der Wellenberg für eine kontrollierte Langzeitlagerung für schwach- und mittelradioaktive Abfälle geeignet ist.
Die Kantonalen Fachgruppe Wellenberg (KFW) unter Leitung von Professor Walter Wildi berät die Nidwaldner Regierung fachlich. Wildi hatte von der GNW mehrere Anpassungen bezüglich Langzeit-Sicherheit gefordert. Diese flossen in den neuen Vorschlag ein. Neben der KFW begleitet ein Koordinationsausschuss das Vorhaben politisch. Dem Ausschuss gehören je ein Mitglied der Nidwaldner und Obwaldner Regierung, der Nidwaldner Landschreiber, die Gemeindepräsidentin der Standortgemeinde Wolfenschiessen sowie zwei Vertreter des Bundesamts für Energie an.
Drei Bereiche überprüft
Der Koordinationsausschuss stützt sich bei seinem Beschluss auf die Erkenntnisse der KFW. Geprüft wurden drei Punkte: das Lagerkonzept, die Ausschlusskriterien und das Abfallinventar.
Der grundsätzlich postive Entscheid des Ausschusses bedeute nur, dass genügend Erkenntnisse vorhanden seien, ein Gesuch für einen Sondierstollen
zu behandeln, sagte Michael Aebersold vom Bundesamt für Energie.
Entscheidung bei den Betroffenen
Über das Gesuch befinden werden die Nidwaldner Regierung und die Stimmberechtigten. Diese hatten 1995 eine Konzession für einen Sondierstollen verweigert. Damals war die Frage für die Probebohrung indes mit dem Begehren für eine Gesamtkonzession verknüpft.
swissinfo und Agenturen
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