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In Sydney sollen Epo-Tests durchgeführt werden

Prince Alexandre de Merode (l.) und Patrick Schamasch erläutern in Lausanne die Erkenntnisse der IOC-Expertenkommission. Keystone

Bei den Olympischen Spielen in Sydney sollen erstmals offizielle Tests auf Epo-Doping durchgeführt werden. Dies empfiehlt eine Expertenkommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Der endgültige Entscheid fällt voraussichtlich Ende August.

Prinz Alexandre de Merode, Präsident der Medizinischen Kommission des IOC gab am Dienstag (01.08.) nach zweitägiger Sitzung einer Expertenrunde in Lausanne bekannt, dass Testverfahren aus Frankreich und Australien zugelassen werden könnten.

Zur endgültigen Zulassung fehlt nun aber noch die Zusage der Rechtsexperten. Gemäss Dr. Patrick Schamasch, dem Direktor der Medizinischen Kommission des IOC, könnte diese am 28./29. August bei der Sitzung der IOC-Exekutive in Lausanne erfolgen.

Die Juristen müssen dabei in erster Linie beurteilen, ob diese Methode die Rechte des Athleten respektiere und allfälligen Strafklagen vor Gericht standhalte.

Das 15-köpfige Experten-Gremium des IOC mit Mitgliedern der Kommission «Doping und Biochemie» sowie sieben externen Wissenschaftlern kam einstimmig zu dem Ergebnis, dass beide Verfahren im Zusammenspiel den eindeutigen Nachweis von unzulässigem Gebrauch des Blutdopingmittels Erythropoietin (Epo) erbringen können.

«Das australische Verfahren allein wäre nicht genug, aber gemeinsam mit dem französischen können wir nun Epo nachweisen, sagte De Merode.

Für Sydney ist folgendes System vorgesehen: Für die A-Probe wird das indirekte australische System verwendet, das auf Bluttests basiert und Veränderungen im Blut feststellt, die durch den Epo-Gebrauch hervorgerufen werden. Bei der B-Probe gelangt das französische System zur Anwendung, das auf Urintests abstellt.

Dabei wurde ein Verfahren entwickelt, mit denen synthetisches Epo vom körpereigenen Hormon unterschieden werden kann. Das Verfahren sollte eigentlich bereits bei der Tour de France angewendet werden, der Radsport-Weltverband UCI befand indes, es seien noch weitere Tests nötig.

Ursprünglich wurde das Hormon Erythropoietin (Epo) zu Beginn der achtziger Jahre entwickelt, um Nierenpatienten zu helfen, kam dann aber im Zuge des Festina-Skandals während der Tour de France zu internationalen Schlagzeilen.

Durch die Epo-Zufuhr wird die Anzahl der sauerstofftransportierenden roten Blutkörperchen erhöht, was bei Ausdauersportlern eine Leistungssteigerung von 10 bis 15 Prozent bringt.

Epo birgt aber auch grosse Gefahren: Wenn die Anzahl roter Blutkörperchen zu hoch ist, kann es zu Verklumpungen im Blut kommen, die zum Tod führen können.

swissinfo und Agenturen

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