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Internationale Konferenz über Statistik und Menschenrechte in Montreux

Mit der Konferenz "Statistik, Entwicklung und Menschenrechte" vom 4. bis 8. September in Montreux leistet die Schweiz einen innovativen Beitrag für die Menschenrechte. 700 Personen aus 110 Ländern und 30 internationale Organisationen nehmen teil.

Sie werden unter anderem darüber diskutieren, wie man die Umsetzung der Menschenrechte messen kann.

«Ohne Statistik lassen sich Ergebnisse und Auswirkungen von Entwicklungsanstrengungen nicht messen, noch lassen sich Prioritäten für die Zukunft setzen», erklärte der Direktor der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), Walter Fust. Auch könne die Umsetzung von politischen Absichtserklärungen nicht erfasst werden, die an internationalen Konferenzen gemacht werden.

«Die Menschenrechte werden erst zum Recht, wenn sie eingefordert werden», sagte Fust. Dies setze aber Informationen über die Realität voraus. Nützlich kann die Statistik laut Fust auch für die Regierungen sein, die sich über ihre gute Regierungsführung (Good Governance) ausweisen können.

Zudem gehöre eine allen zugängliche Statistik zur Demokratie. Die Statistik gebe den Bürgern die Möglichkeit, die Leistung der Entscheidungsträger zu bewerten und Rechenschaft von ihnen zu verlangen. Gleichzeitig sei aber unabdingbar, dass die mit der öffentlichen Statistik befassten Einrichtungen unabhängig und unparteiisch seien, betonte Fust.

Es brauche so etwas wie einen ethischen Kodex der Statistiker. Auch dies werde Thema der Konferenz sein. Fust wies zudem darauf hin, er habe viel Echo auf die von der Schweiz organisierte Konferenz erhalten. Es sei sogar ein Anmeldungsstopp nötig gewesen.

Mehr als ein statisches Bild der Gesellschaft

Statistische Informationen vermittelten mehr als ein statisches Bild der Gesellschaft, erklärte der Direktor des Bundesamtes für Statistik (BFS), Carlo Malaguerra. Heute liessen sich Vergleiche anstellen, Tendenzen erarbeiten und Szenarien zur Zukunft der Gesellschaft simulieren. Allerdings würden diese Instrumente heute nur selten dazu benutzt, um Phänomene zu messen wie die systematische Verletzung bürgerlicher Rechte, juristische Willkür, politische Gewalt, Zwangsvertreibung oder die Dynamik von Völkermord.

Ziel der Konferenz ist laut dem BFS-Direktor, die Entwicklung und den Gebrauch der Statistik als Instrument zu prüfen, welches die Beobachtung und die Messung der Umsetzung der Entwicklung, der Good Governance sowie der Förderung der Menschenrechte erlaube. Zudem soll ein Dialog zwischen den Statistikern und den Benützern ermöglicht werden.

«Es ist das erste Mal, dass eine organisierte Debatte zu diesen Themen stattfindet», betonte Malaguerra. Er hoffe, dass dies der Anfang der Konsolidierung der Statistik als wichtiges Instrument zur Entwicklungvon demokratischen Institutionen und Rechten werde.

Die Konferenz wird am 4. September in Anwesenheit von Bundesrätin Ruth Dreifuss eröffnet. Der Schlusspunkt wird von Bundesrat Joseph Deiss gesetzt. Am Rande der Konferenz werden informelle Zusammenkünfte von Teilnehmern stattfinden, so zum Beispiel ein Treffen von Vertretern aus Balkan-Staaten zum Thema Volkszählung.

swissinfo und Agenturen

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