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Kein Boom bei den Bauinvestitionen

Das St. Galler Zentrum für Zukunftsforschung (SGZZ) erwartet trotz der grossen Investitionen in die Schieneninfrastruktur (Neue Alpentransveralen, Bahn 2000) für dieses Jahr in der Schweiz nur eine geringe Zunahme der Bauinvestitionen.

Wie das SGZZ am Freitag (11.08.) in einem Communiqué mitteilte, rechnet die Forschungsstelle zwar mit einer nominalen Zunahme der Bauinvestitionen um drei Prozent. Preisbereinigt resultiere jedoch nur ein bescheidenes Wachstum von einem halben Prozent.

Bereits im letzen Jahr sei von einer deutlichen Verbesserung der Lage in der Bauwirtschaft gesprochen worden. Die Statistik zeige aber klar, dass die Bauwirtschaftsproduktion 1999 um fast 2,5 Prozent abgenommen habe, wie das SGZZ schon in seiner letztjährigen Publikation vorausgesagt hatte.

Grosse regionale Unterschiede

Diese unterschiedliche Beurteilung führt das SGZZ auf grosse regionale Unterschiede zurück. Einzig die Region Zürich weise für 1999 eine stärkere Bautätigkeit auf, während sie in allen anderen Grossregionen der Schweiz weiterhin zurückgegangen sei.

Hinzu komme, dass die Preise – in der Vergangenheit vielfach als ruinös bezeichnet – inzwischen wieder angezogen hätten. Preisbereinigt müsse also eher von Ab- als Zunahmen gesprochen werden.

Weitere Zunahme 2001

Für das Jahr 2001 erwartet das SGZZ eine Steigerung der bauwirtschaftlichen Aktivitäten um 4 Prozent. Bereinigt um die erwarteten Preiserhöhungen dürfte die Zunahme laut SGZZ rund 1,5 Prozent betragen.

Als Gründe für das Wachstum nennt die Forschungsstelle in ihrem Communiqué einerseits die gesamtwirtschaftliche Situation, andererseits die grossen Infrastrukturprojekte sowie den Nachholbedarf.

Beim öffentlichen Neubau sei jedoch zu bedenken, dass wegen des Spardrucks in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Kultur und Freizeit mit zurückhaltender Tätigkeit zu rechnen sei.

Während in einigen Regionen noch ausgeprägte Zurüchhaltung vorhanden sei, würden in anderen Regionen bereits wieder Überhitzungserscheinungen beobachtet. Diese regionalen Engpässe seien auch für die erwarteten weiteren Preissteigerungen mit verantwortlich.

Längerfristig warnt das SGZZ, dass eine allzu euphorische Stimmung erneut ein Strohfeuer auslösen könnte, mit der die Schweizer Bauwirtschaft am Bedarf vorbei produziert. Der Strukturanpassungsdruck in der Branche sei noch nicht überwunden.

swissinfo und Agenturen

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