Mahnbaum für Bruno Manser
Freundinnen und Freunde des seit einem Jahr in Malaysia verschollenen Umweltaktivisten Bruno Manser haben am Mittwoch (23.05.) auf dem Bärenplatz in Bern einen Mahnbaum aufgerichtet. Während der Aktion wurde auch eine Erklärung von Bundesrätin Ruth Dreifuss verlesen.
«Es geht darum, die Erinnerung an Bruno Manser, diesen grossartigen Kämpfer für Menschenrechte und Urwälder, wach zu halten und seinen Anliegen eine Plattform zu bieten», sagt John Künzli, Sekretär des Bruno-Manser-Fonds, BMF.
«Mehr als das gemeinsame Stricken»
Das gemeinsame Stricken während seines Fastens auf dem Bärenplatz im Jahr 1993 sei nicht die einzige Begegnung mit Bruno Manser geblieben, schrieb Bundesrätin Dreifuss in einer Erklärung. «Wann immer ich ihn traf, Brunos faszinierender Persönlichkeit konnte ich mich nie entziehen, ebenso wenig der zutiefst humanitären Ausstrahlung seiner Erzählungen, seiner Zeichnungen und seines ungebrochenen Idealismus.»
Der Mahnbaum setze ein sichtbares Zeichen der Hoffnung für die Penan und die Rechte der indigenen Völker der Erde und bestärke die Hoffnung für die Penan und für den Schutz des Regenwalds. Und, so der Schluss von Dreifuss‘ Erklärung: «Er bewahrt nicht zuletzt auch die Hoffnung auf die Rückkehr von Bruno Manser. Seine Stimme fehlt uns.»
Im Namen von Bruno Manser
BMF-Sekretär Künzli machte in seiner auf die vom Verschwinden bedrohten Urvölker dieser Erde und die bedrohte Biospähre aufmerksam. Er forderte alle verantwortlichen Behörden, Regierungen und privatwirtschaftlichen Unternehmen auf, unverzüglich die notwendigen Massnahmen zum Schutz der Urvölker und Urwälder zu ergreifen sowie bereits existierende Konventionen und Verbote zu ratifizieren und auch umzusetzen.
Das letzte Lebenszeichen Mansers datiert vom 23. Mai 2000. Trotz Nachforschungen des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten EDA und Freunden des BMF konnte seither nichts über Mansers Schicksal in Erfahrung gebracht werden. Auch die Suche der Penan-Nomaden blieb erfolglos.
Der 46-jährige Umweltaktivist lebte jahrelang beim Volk der Penan im Regenwald von Sarawak und zog sich beim Kampf für den Erhalt des malaysischen Regenwaldes die Feindschaft von Holzindustrie und Regierung zu.
Gaby Ochsenbein und Agenturen
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