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Migration: Suche nach internationalen Richtlinien

Flüchtlinge, weltweit. Hier Albanerinnen in einem Zelt der UNHCR nach ihrer Fluch aus Mazedonien. Keystone

Die Suche nach Möglichkeiten zur Steuerung der internationalen Migration steht zurzeit im Zentrum eines zweitägigen Symposiums in Bern. Beteiligt sind Fachleute aus Auswanderungs-, Einwanderungs- und Transit-Ländern.

Spezialistinnen und Spezialisten aus über 30 Ländern diskutieren bis am Freitagnachmittag in Bern über multilaterale Richtlinien zur Beeinflussung der Migration. Unter den 60 Teilnehmenden befinden Fachleute von internationalen Organisationen, aus der Wissenschaft und von Hilfswerken. Zum Ende des Symposiums sollen Schlussfolgerungen verabschiedet werden.

Justizministerin Metzler: Kein Alleingang möglich

Das 50-jährige Bestehen der Internationalen Migrations-Organisation (IMO) sei eine gute Gelegenheit, um im Rahmen von «The Berne Initiative» auf internationaler Ebene die Problematik anzugehen, sagte Ruth Metzler an der Eröffnung des Symposiums. Ziel der informellen Beratungen in Bern sei es, einen Prozess für Dialog und Analyse zu starten und die gemeinsamen Interessen im Bereich der Migration zu identifizieren, erklärte die Justizministerin.

Dabei sollen Auswanderungs-, Einwanderungs und auch Transit-Länder gleichberechtigt in den Dialog treten.

Internationale Wanderungs-Bewegungen

Konferenzleiter Jean-Daniel Gerber hielt vor den Medien fest, dass es im Bereich Flüchtlinge internationale Regeln, wie etwa die Genfer Flüchtlingskonvention von 1951, gebe. Solche Konventionen und auch Asylgesetze seien jedoch nicht für die Steuerung von internationalen Wanderungs-Bewegungen geschaffen worden.

Im Bereich der nicht erzwungenen Wanderung gebe es keine global gültigen Richtlinien, stellte der Direktor des Bundesamtes für Flüchtlinge (BFF) fest. Das Berner Symposium, initiiert vom BFF, solle helfen, dieses Vakuum zu füllen. Noch sei es aber ein langer Weg, die Migration durch zwischenstaatliche Regeln besser beinflussen zu können.

Demographischer Druck

Laut Joseph Chamie, Demographie-Experte der UNO, erlebt die Welt zur Zeit eine der «aufregendsten Phasen in der Bevölkerungsgeschichte»: Wenig Geburten im Norden und ein grosses Angebot an Arbeitskräften im Süden sowie die ungleiche Entwicklung der Weltwirtschaft führten automatisch zu Wanderungs-Bewegungen. Diese «komplexe Symphonie» gelte es endlich international zu dirigieren.

«The Berne Initiative» behandelt in Workshops die Thematik des Schlepperwesens und des Menschenhandels, Menschenrechts-Fragen und Migration sowie die Schaffung von mehr Transparenz zwischen Herkunfts- und Aufnahmeländern.

swissinfo und Agenturen

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