Präsidialfeier für Adolf Ogi: Schweiz ist voller Chancen
Bundesrat Adolf Ogi (r.) hat an seiner Präsidialfeier im Berner Münster am Donnerstag (16.12.) eine starke Schweiz voller Chancen betont. Bundespräsidentin Ruth Dreifuss (l.) lobte er für ihren Mut, ihre Offenheit und ihr Herz für die Benachteiligten.
Bundesrat Adolf Ogi (r.) hat an seiner Präsidialfeier im Berner Münster am Donnerstag (16.12.) eine starke Schweiz voller Chancen betont. Aus der Geschichte lernen und es besser machen, lautete seine Botschaft. Bundespräsidentin Ruth Dreifuss (l.) lobte er für ihren Mut, ihre Offenheit und ihr Herz für die Benachteiligten.
Ogi, der im kommenden Jahr dem Bundesrat zum zweiten Mal als Präsident vorstehen wird, richtete in seiner dreisprachigen Rede vor der Festgemeinde im Berner Münster den Blick zuerst zurück. In der Vergangenheit sei die Schweiz in mancher Hinsicht als Sonderfall betrachtet worden. Dabei kam er auch auf die Berichte von Volcker und Bergier zu sprechen. «Wir sind bereit, der Wahrheit ins Auge zu schauen, auch wenn es schmerzt», sagte er auf englisch. Dies sei der Beweis einer demokratischen Kultur. Man müsse untersuchen, was schief gelaufen sei, um es in Zukunft besser zu machen. Wie jedes andere Land habe auch die Schweiz ihre Vergangenheit, mit all ihren Schatten- und Sonnenseiten. «Wir stehen zu unserer Vergangenheit. Aber wie auch immer ist ausgewogene Gerechtigkeit gefragt. Wir haben allen Grund, stolz zu sein. Wir müssen – in der Geschichte und auch sonst – die Verhältnismässigkeit wahren», sagte Ogi.
Dann richtete der künftige Bundespräsident das Augenmerk auf die Zukunft. Die Schweiz verfüge über ein immenses Potenzial an Willens- und Vorstellungskraft, Mut, Wissen und Kreativität, aber auch über ein hohes Bildungsniveau. «Dies sind unsere Trümpfe», sagte Ogi auf französisch. Er sei ein unverbesserlicher Optimist, aber er glaube an sein Land und dessen einzigartigen Wert. Er forderte einen verstärkten Dialog mit den Nachbarn und Solidarität mit den Menschen am Rand der Gesellschaft.
Zum Schluss würdigte Ogi Bundesrätin Dreifuss. Sie habe als erste Frau dem Präsidialamt eine besondere Würde verliehen. Sie habe ihr Präsidialjahr mit Herz und Wärme zu Ende gebracht. Die Probleme habe sie unbeirrt angepackt.
SRI und Agenturen
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