Rechtsextreme unter die Lupe nehmen
Die Schweizer Regierung will die Ursachen des wiedererstarkten Rechtsextremismus in der Schweiz erforschen. Sie hat zu diesem Zweck ein mit vier Millionen Franken dotiertes Forschungsprojekt in Auftrag gegeben.
Wie das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) am Freitag (15.06.) mitteilte, liessen Vorfälle mit rechtsextremistischem Hintergrund auf ein
Wiedererstarken der rechtsextremen militanten Szene auch in der Schweiz schliessen.
Auf eine entsprechende Empfehlung der Arbeitsgruppe Rechtsextremismus des EJPD ist das Innenministerium beauftragt worden, den Forschungsbedarf zu Fragen des Rechtsextremismus abzuklären und gegebenenfalls Forschungsaufträge vorzuschlagen.
Bislang wenig erforscht
Nach Rücksprache mit Fachleuten und dem Schweizerischen Nationalfonds kam das EDI zum Schluss, dass Ursachenforschung zum Rechtsextremismus einem echten Bedürfnis entspreche, zumal auf diesem Gebiet in der Schweiz bisher wenig spezifische Forschung betrieben worden sei und bezüglich Massnahmen-Entwicklung auch gegenüber dem Ausland ein eigentlicher Nachholbedarf bestehe.
Im letzten Jahr hatte es in der Schweiz so viele rechtsextremistische Gewaltakte wie nie zuvor gegeben. Der oberste Staatsschützer, Urs von Daeniken, sprach von 130 rechtsextremen Ereignissen, einer Verdreifachung gegenüber 1999. Mehr als 40 davon waren laut von Daeniken Gewaltakte gewesen. Die Zahl der Rechtsextremisten sei mittlerweile auf 800 gewachsen.
swissinfo und Agenturen
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