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Schweiz dabei beim Kampf gegen Wüstenbildung

Weltweit - wie hier in Indien - führt Trockenheit und Bodenerosion zu Wüstenbildungen. Keystone

Weltweit lebt eine Milliarde Menschen in Regionen, die von Wüstenbildung bedroht sind. Die Schweiz gehört nicht dazu, trotz ihrer Furcht vor dereinst unbewohnbaren Alpentälern. Vorerst engagiert sie sich in Afrika, Zentralasien und Lateinamerika. Der 17. Juni wurde zum UNO-Welttag gegen Wüstenbildung erklärt.

30% der Erdoberfläche oder 110 Länder sind von Bodenerosion und Degradierung (halb-)trockener Böden betroffen: Der Boden verliert an Fruchtbarkeit, etwa mangels Wasser oder Dünger, wie Peter Bieler, Programmbeauftragter für natürliche Ressourcen und Umwelt bei der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) erklärt.

Am sechsten Welttag gegen Wüstenbildung, der jeweils am 17. Juni stattfindet, erinnert die UNO an die Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung. Sie trat 1996 in Kraft und wurde von über 140 Staaten ratifiziert, darunter von der Schweiz.

Afrika hat Vorrang

Die meisten Länder und die grössten Flächen, die von der Wüstenbildung bedroht sind, liegen in Afrika, vorab in der Sahelzone und im Süden. Der Beitrag der Schweiz für Afrika wird sich laut Bieler in den nächsten drei Jahren erneut auf knapp 54 Mio. Franken belaufen, wie schon 1997-2000.

Für Asien wurden im gleichen Zeitraum 62 Millionen und für Lateinamerika 32 Millionen investiert. Die Beiträge werden laut Bieler nie direkt für die Umsetzung der Konvention gesprochen, sondern sind eingebettet in Gesamt-Projekte für die Landwirtschaft.

Diese bezwecken vorrangig den Schutz der natürlichen Ressourcen, die Stärkung von Dorfbevölkerungen und deren Wissen, mehr Dezentralisierung und Sensibilisierung auf Regierungsebene. Vor Ort arbeitet die DEZA laut Bieler mit der Schweizer Nicht-Regierungs- Organisation (NGO) Interkooperation und immer mehr mit lokalen NGO.

Greenpeace und WWF am Rand beteiligt

Greenpeace macht sich nicht spezifisch gegen die Wüstenbildung stark. Laut Greenpeace-Schweiz-Sprecher Andreas Kunz wird diese im Rahmen der Klimakampagne bekämpft. Obwohl die Schweiz laut UNO-Definition nicht von der Wüstenbildung bedroht ist, könnten laut Greenpeace künftig ganze Alpentäler unbewohnbar werden.

Auch WWF Schweiz bekämpft laut Sprecher Marcel Odermatt die Wüstenbildung nicht aktiv. Würde auf internationaler Ebene eine Aktion für den Welttag geplant, wäre WWF Schweiz dabei, sagt Odermatt. Doch davon ist einstweilen bei der UNO noch keine Rede.

swissinfo und Agenturen

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