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Schweizer Stauseen randvoll

Die gefüllten Stauseen machen Druck auf den Strompreis. Im Bild die Staumauer des Wasserkraftwerkes Luzzone im Bleniotal (TI). Keystone

Die Schweizer Stauseen sind nach dem niederschlagsreichen Herbst zurzeit so voll wie seit Jahren nicht mehr. Als Folge davon sind die Preise im Stromhandel unter erheblichem Druck.

Nach Auskunft des Bundesamts für Energie vom Donnerstag (23.11.) erreichte der Füllungsgrad der Stauseen Anfang dieser Woche einen gesamtschweizerischen Durchschnitt von 90,9 Prozent. Das sind elf Prozentpunkte mehr als vor Jahresfrist.

Im Bündnerland wurde diese Woche sogar die 100-Prozent-Marke bei der Füllung überschritten.

Auch in den Jahren 1998 und 1997 waren die Stauseen mit 86,1 und 73,7 Prozent erheblich weniger gefüllt. Im Kanton Graubünden waren die Stauseen am vergangenen Montag mit einem Füllungsgrad von 100,9 Prozent sogar übervoll. Im Tessin waren es 92,9 Prozent und im Wallis 86,7 Prozent.

Wie der Verband Schweizerischer Elektrizitätswerke (VSE) auf Anfrage erklärte, erreichen die Stauseen normalerweise am Ende des hydrologischen Jahres, das heisst Ende September, ihren Höchststand.

Die heftigen Niederschläge liessen die Pegel dieses Jahr aber noch weit in den Oktober hinein ansteigen. So wurde in der zweiten Oktoberhälfte ein gesamtschweizerischer Füllungsgrad von 96,8 Prozent verzeichnet, was dem oberen Ende der Bandbreite von 82 bis 97 Prozent in den vergangenen 25 Jahren entspricht. Normalerweise sinkt der Füllungsgrad der Stauseen in den Monaten November und Dezember rasch.

Folge: Zerfall des Strom-Preises

Die vollen Stauseen führen zu einer höheren Stromproduktion und Überschüssen für den internationalen Stromhandel. Hinzu kommt, dass das milde Wetter der letzten Tage auch die Nachfrage dämpfte. Die Folge davon ist ein Preiszerfall im Stromhandel. Die im schweizerischen Elektrizitätspreisindex ermittelten Preise rutschten diese Woche unter den Wert von 32 Euro pro Megawattstunde ab – ein vergleichsweise tiefer Wert für diese Jahreszeit.

Händler erwarten, dass es erst dann zu einer Gegenbewegung kommt, wenn die Schweizer Stauseen gefrieren.

swissinfo und Agenturen

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