Studie zur Gleichstellung von Mann und Frau in der Arbeitswelt
Trotz fortschreitender Integration der Frauen in den Schweizer Arbeitsmarkt besteht betreffend Gleichstellung der Geschlechter weiterhin Nachholbedarf. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Schweizerischen Kaufmännischen Verbandes (SKV).
Laut Studie hapert es in Schweizer Unternehmen vor allem bei der Umsetzung und Kontrolle von Gleichstellungszielen.
In jedem zweiten von 266 befragten Schweizer Unternehmen bestehen Richtlinien zur beruflichen Gleichstellung, wie der Schweizerische Kaufmännische Verband (SKV) am Freitag (21.07.) mitteilte.
Bei grossen Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen treffe dies gar bei über zwei Drittel zu. Allerdings prüfe nur ein Viertel der Unternehmen, ob die Ziele auch erreicht würden.
So seien zwar Frauen bei 52 Prozent aller Unternehmen in der Geschäftsleitung vertreten. Doch paritätisch in der Geschäftsleitung vertreten seien sie nur bei 27 Prozent der kleinen Unternehmen und Unternehmen mit einem Frauenanteil von über 50 Prozent.
Gemäss Studie liegen mit 18 Prozent paritätischer Vertretung die Dienstleistungsunternehmen noch über dem Durchschnitt von 12 Prozent, hingegen bestehe bei den mittleren und grossen Unternehmen, in Industriebetrieben und der öffentlichen Verwaltung diesbezüglich Nachholbedarf.
Der SKV leitet davon ab, dass allein eine umfangreiche Palette institutionalisierter Gleichstellungsmassnahmen, wie sie besonders in grossen Unternehmen zu finden seien, den Anteil von Frauen in Führungsposition nicht erhöhe.
Laut SKV besteht auch ein grosser Nachholbedarf bei Massnahmen zur Vereinbarung von Beruf und Familie. So gebe es beispielsweise nur bei der gut der Hälfte der Unternehmen auf allen Hierarchie-Ebenen flexible Arbeitszeiten-Modelle und nur ein Viertel gewähre auch Vaterschaftsurlaub. Auch biete nur die Hälfte der Arbeitgeber Hilfe bei der Kinderbetreuung an.
Swissinfo und Agenturen
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