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Touring-Club will Führungsrolle in Mobilitätsfragen behaupten

Jean Meyer, Zentralpräsident TCS. Keystone

Der Touring-Club der Schweiz (TCS) will seine führende Position als Dienstleister in Mobilitätsbelangen behaupten. Um gegen die Konkurrenz kommerzieller Anbieter bestehen zu können, wurde eine Grundsatzdebatte lanciert.

1999 fuhr der TCS in die roten Zahlen, wie es am Donnerstag (22.06.) an der Jahresmedienkonferenz hiess. «Wir sind gut, wollen aber noch besser werden», sagte TCS-Zentralpräsident Jean Meyer in Zürich. Zu spüren bekommt der Club die Konkurrenz kommerzieller Anbieter wie Versicherungskonzernen.

Damit der TCS überleben und auch künftig seine Führungsposition im Bereich der Mobilität behaupten könne, werde unter Beizug externer Berater eine Grundsatzdebatte in Angriff genommen. Als Stärken betrachtet der TCS seine Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit. Dies soll auch in Zukunft so bleiben. Daneben will der TCS aber weitere Anstrengungen unternehmen, um die enge Bindung zu seinen Mitgliedern zu erhalten und zu stärken.

In den verkehrspolitischen Fragen will sich der TCS weiterhin dafür einsetzen, dass eine adäquate Infrastruktur für Strasse und Schiene sichergestellt wird. Die vom TCS mitgetragene Avanti-Initiative, die unter anderem verbesserte Kapazitäten auf Autobahnen verlangt, werde voraussichtlich im Herbst eingereicht, sagte Meyer. Bisher seien 98’000 bis 99’000 Unterschriften gesammelt worden.

Noch während der Medienkonferenz hiess der Nationalrat eine parlamentarische Initiative zur Planung eines zweiten Gotthard-Strassentunnels gut. Meyer sieht darin ein Zeichen, dass es vorwärts geht. Die Avanti-Initiative werde aber trotzdem fortgesetzt.

Gegen autofreie Sonntage und Tempo 30

Meyer sprach sich auch deutlich gegen autofreie Sonntage sowie gegen die Einführung von Tempo 30 innerorts aus. Neue Technologien wie Verkehrstelematik hätten nun auch den Bund auf den Plan gerufen, der diesen Bereich während Jahren vernachlässigt oder den Kantonen überlassen habe. «Nun besteht aus Sicht des Bundes plötzlich überall staatlicher Handlungsbedarf bis hin zu einer eigentlichen staatlichen Mobilitätslenkungszentrale», sagte Meyer. Für den TCS sei dies aber kein praktikabler Weg.

800’000 Franken Verlust

Aus finanzieller Sicht endete das Geschäftsjahr 1999 für den TCS in den roten Zahlen. Die Rechnung weist bei einem Umsatz von 366 Mio. Franken einen Verlust von 800’000 Franken aus; im Vorjahr hatte ein Gewinn von 8,4 Mio. Franken resultiert. Teilweise wurde der TCS Opfer des eigenen Erfolgs. Die wichtigsten Dienstleistungen Patrouille tcs sowie die Auslandhilfe verzeichneten Zunahmen von 8,8 beziehungsweise 15,8 Prozent. Auf der Alarmzentrale stieg die Zahl der Anrufe aus dem Inland um knapp zehn Prozent auf 365’000, jene aus dem Ausland nahmen gar um 50 Prozent auf 160’000 zu, weshalb das Personal verstärkt und zusätzliche Mittel bereitgestellt werden mussten.

Die überproportionale Zunahme der Anrufe wurde unter anderem auf die Verbreitung von Mobiltelefonen zurückgeführt. Die Zahl der TCS-Mitglieder wuchs um 1,6 Prozent auf 1,4 Millionen. Der Bruttoertrag aus Versicherungen und Schutzbriefen ging um 1,3 Prozent auf 46,6 Millionen Franken zurück, jener aus dem Tourismusgeschäft stieg um 4,4 Prozent auf 40 Millionen Franken.

Neu nahm der TCS in Stockental im Berner Oberland das modernste Verkehrssicherheitszentrum Europas in Betrieb. Weitere solche Zentren sollen eröffnet werden. Zudem plant der TCS die Einführung einer neuen, zentralen Kommunikationsplattform und einem neuen Informationssystem für die Patrouille tcs.

swissinfo und Agenturen

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