UNO-Konferenz zur vollen Gleichberechtigung der Frauen eröffnet
Mit dem Ziel, fünf Jahre nach der UNO-Weltfrauenkonferenz in Peking die Lage der Frauen zu verbessern, hat am Montag (05.06.) in New York eine UNO-Sondersession begonnen. Die Schweiz ist u. a. durch eine Arbeitsgemeinschaft von Hilfswerken vertreten.
Die Arbeitsgemeinschaft Swissaid/Fastenopfer/Brot für alle/Helvetas/Caritas ist Mitglied der offiziellen Schweizer Delegation, die von der nationalen Gleichstellungsbeauftragten Patricia Schulz geleitet wird.
Die Schweizer Delegation will sich gemäss einer Mitteilung des Bundesrats von vergangener Woche an der UNO-Sondersession für ein «zukunftsgerichtetes» Schlussdokument einsetzen.
Situation der Frauen soll weltweit überprüft werden
An der Sondersession der UNO- Generalversammlung und in begleitenden Rahmenveranstaltungen überprüfen Zehntausende von staatlichen und regierungsunabhängigen Delegierten, in welchen Bereichen sich die Lage von Frauen seit Peking verbessert hat und wo Fortschritte dringend notwendig sind.
Beobachter beurteilen jedoch die Chancen für Fortschritte als gering. Eine Gruppe von acht streng islamischen oder katholischen Ländern – von Algerien, dem Sudan und Iran bis zu Nicaragua und Honduras sowie überraschenderweise auch Kuba – hatte etwaige Fortschritte vor Konferenzbeginn erheblich gebremst.
Wichtigste Zielsetzung von Peking nicht erfüllt
Lange vor der Eröffnung der einwöchigen Debatten stand fest: Die wichtigste Zielsetzung von Peking wurde bei weitem nicht erfüllt. In Peking wurden staatliche Garantien für die Rechte der Frauen und die Abschaffung diskriminierender Gesetze in allen Ländern bis zum Jahr 2000 gefordert.
Zwar haben 64 Länder ihre Gesetze zu Gunsten einer Gleichstellung von Frauen geändert, wie eine Erhebung von 1998 zeigt. In anderen Ländern aber scheitern entsprechende Aktionen noch immer an religiösen oder kulturellen Hürden sowie oft auch am Geldmangel. So lastet die grösste Armut der Welt weiterhin zu 70 Prozent auf den Schultern von Frauen.
Frauen in Kuwait haben auch heute noch kein Wahlrecht, Aussagen vergewaltigter Frauen bleiben in Pakistan weiterhin ungehört, und der Mord an Mädchen und Frauen, die angeblich die Familienehre befleckt haben, bleibt in vielen islamischen Ländern bis heute unbestraft.
Das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF beklagte im Vorfeld der Beratungen unter Berufung auf eine neue Studie, Vernachlässigung, Unterdrückung und Gewalt bestimmten noch immer den Alltag von Kindern. Dabei seien Mädchen noch schlimmer benachteiligt als Knaben: Allein in Südasien kämen jedes Jahr eine Million Kinder ums Leben, weil sie Mädchen seien.
swissinfo und Agenturen
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