Verband der Pharmabranche Sanphar aufgelöst
Sanphar, der Verband der schweizerischen Pharmabranche hat sich am Mittwoch (21.06.) aufgelöst. Dieser Entscheid der Generalversammlung ist eine Folge des neuen Abgeltungsmodells für Arzneimittel.
Aufgrund der Revision des KVG wird künftig der Staat im Bereichder sozialen Grundversicherung die Preise und Margen für die Arzneimittel regeln. Die privatrechtliche Regelung zur Selbstregulierung im Arzneimittelmark sei deshalb nicht mehr notwendig.
Die Dienstleistungen im Bereich Pharmapolitik würden in Zukunft
durch die Interessenverbände selbständig wahrgenommen, teilte Sanphar am Mittwoch mit. Für die Fortführung von Datenbanken würden Konzepte durch den Liquidator erarbeitet. Für die neun Angestellten des Verbandes würden individuelle Lösungen getroffen.
Der Arzneimittelmarkt der Schweiz war bisher von der privatrechtlichen Margenordnung der Sanphar geprägt, weil sich das Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) sich bei der Festlegung der zu vergütenden Medikamentenpreise weitgehend darauf abstützte.
Die Wettbewerbskommission (Weko) hat Anfangs Juni der Sanphar ihre Margen- und Rabattordnung jedoch verboten. Die Sanphar beschränke mit ihren Abreden den Wettbewerb im Medikamentenvertieb in der Schweiz, urteilte die Weko.
Diese Beschlüsse würden unabhängig von der Auflösung der Sanphar gelten, weil die Auswirkungen einer Auflösung noch nicht absehbar seien. Die Sanphar erwägt im Bezug auf den Weko-Verfügung einen Rekurs.
swissinfo und Agenturen
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