Zehn USZ-Meldungen gehen bei der Zürcher Staatsanwaltschaft ein
Bei der Zürcher Staatsanwalt sind bisher zehn Meldungen wegen nicht erwarteter Todesfälle im Zusammenhang mit den Vorkommnissen an der Klinik für Herzchirurgie eingegangen. Sie stammen vom Universitätsspital Zürich selbst.
(Keystone-SDA) «Das alles wird Zeit in Anspruch nehmen», sagte Oberstaatsanwältin Susanne Leu am Freitag vor den Medien. Die Staatsanwaltschaft werde klären, ob Hinweise auf Straftaten vorliegen und gegen wen sich die Vorwürfe im Einzelfall richten würden.
Zusätzlich zu den zehn Meldungen, die am Donnerstag bei der Staatsanwaltschaft eintrafen, liegen auch drei Strafanzeigen gegen Unbekannt wegen Verdachts auf fahrlässige Tötung, fahrlässige schwere Körperverletzung sowie Urkundenfälschung vor. Dazu kommen 11 Meldungen wegen unangemessenem Einsatz von Medizinprodukten.
Vier Staatsanwältinnen und Staatsanwälte werden sich diesen Fällen nun annehmen. Sie haben Erfahrung im Medizinalstrafrecht, Wirtschaftsstrafrecht und bei Beamtendelikten, weil es sich beim Universitätsspital um eine öffentlich-rechtliche Anstalt handelt.
Staatsanwaltschaft ermittelte bereits 2021
Der Anfang Mai veröffentlichte «Oberholzer-Bericht» ergab, dass es von 2016 bis 2020 bei rund 4500 Herz-Operationen am USZ zu 68 bis 74 Todesfällen mehr kam, als statistisch zu erwarten gewesen wäre.
Der damalige Klinikdirektor Francesco Maisano habe zudem ein von ihm mitentwickeltes Produkt eingesetzt und soll finanziell profitiert haben. Die Zürcher Staatsanwaltschaft ermittelte im Jahr 2021 bereits einmal gegen den Herzchirurgen, damals wegen des Verdachts auf Urkundenfälschung und Datenbeschädigung.
Sie stellte das Verfahren jedoch ein, weil sich die Urkundenfälschung, das Abändern von Operationsberichten nicht habe nachweisen lassen. Maisano arbeitet inzwischen in Mailand.