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Zoo-Besitzer in den USA lässt vor Suizid Dutzende Wildtiere frei

(Keystone-SDA) Es war, als ob die Arche Noah in der US-Kleinstadt Zanesville in Ohio gestrandet wäre. Mit diesem Bild beschrieb der ehemalige Direktor des Zoos von Columbus, Jack Hanna, was er gerade erlebt hatte.

Doch die Landung der Arche endete tragisch: Polizisten mussten am Mittwoch Dutzende Raubtiere erlegen, die nach dem Selbstmord des Besitzers eines privaten Zoos durch die Vorgärten streunten. Insgesamt 56 Tiere hatte der 62-jährige Terry Thompson vor seinem Suizid freigelassen.

Während sich die verängstigten Anwohner in ihren Häusern einschlossen, mussten sich die örtlichen Sheriffs auf Grosswildjagd machen. Sie erschossen 48 Tiere, darunter 18 seltene Bengalische Tiger, 17 Löwen, 6 Schwarzbären, 2 Grizzlys, einen Pavian, einen Wolf und 3 Berglöwen.

3 Leoparden, ein Grizzly und 2 Affen konnten lebend eingefangen und in einen Tierpark gebracht werden. Einzig ein Affe wurde immer noch vermisst.

Affe wohl gefressen

Sheriff Matt Lutz glaubte aber nicht, dass man den Affen noch finden würde. Er sei in der Nähe der Stelle gewesen, wo die Raubkatzen bereits einen anderen Affen zerrissen hätten. «Ich glaube, er wurde aufgefressen», sagte Lutz.

Tierschützer nahmen nach der unfreiwilligen Safari die Gesetzeshüter in Schutz: Sie hätte wenig tun können, um die Tiere zu retten.

«Diese Tiere legten ein aggressives Verhalten an den Tag», sagte Lutz. «Als der Abend nahte, war unsere grösste Angst, dass sie hier herum streifen würden.» Einige der Bewohner reagierten jedoch sehr betrübt auf die Tötungen. «Es bricht mir das Herz», sagte der Anwohner Bill Weiser.

Die Tragödie von Zanesville liess zudem die Debatte um die laxen Tierschutzbestimmungen im US-Bundesstaat Ohio wieder aufflammen. Die Aktivistengruppe «Bürger für ethischen Umgang mit Tieren» sah in dem Unglück einen Weckruf für Gouverneur John Kasich. Ihm wird vorgeworfen, er habe zugelassen, dass ein Verbot des Handels mit exotischen Tieren im April ausgelaufen sei.

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