Ölpreise ziehen wegen Nahost-Eskalation kräftig an
Die Ölpreise haben am Montag nach der Eskalation im Nahen Osten wie erwartet zunächst deutlich zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April verteuerte sich in den ersten Handelsminuten um bis zu fast 10 Dollar oder 14 Prozent.
(Keystone-SDA) Es kostete mit 82,37 Dollar so viel wie seit Januar 2025 nicht mehr. Der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte prozentual ebenfalls zweistellig zu.
Nach den zunächst zweistelligen Zuwächsen zum Handelsbeginn gaben die Ölpreise bis 0.30 Uhr wieder einen Teil ihrer Gewinne ab, lagen aber immer noch mit rund neun Prozent im Plus.
Am Wochenende griffen Israel und die USA den Iran an und töteten dabei unter anderem das Staatsoberhaupt und den Religionsführer des Landes, Ajatollah Ali Chamenei. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen und schränkte ausserdem den Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus, eine der wichtigsten Engstellen des weltweiten Energiehandels, ein.
Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte passiert täglich die Meerenge. Jede Störung könnte die Energiepreise steigen lassen und die internationalen Märkte verunsichern. Die Staaten des Ölkartells Opec+ hatten am Sonntag beschlossen, die Tagesproduktion zu erhöhen, um Engpässe und zu starke Preisanstiege zu verhindern.
Auch Goldpreis legte kräftig zu
Auch Gold hat sich am Montag wegen der Eskalation im Nahen Osten in den ersten Handelsminuten wie erwartet deutlich verteuert. Zudem zog der Preis für Silber kräftig an. Eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) Gold kostete im frühen Handel bis zu 5393 Dollar und damit 2,2 Prozent mehr als am Freitag. Damit baute der Goldpreis seine Gewinne der vergangenen Woche aus und nähert sich damit wieder so langsam dem Rekordhoch von fast 5600 Dollar Ende Januar an.
In den Wochen nach dem Höchststand war der Kurs zeitweise unter die Marke von 4500 Dollar abgerutscht, bevor er sich in den vergangenen Wochen wieder kräftig erholte. Seit Ende 2025 kletterte der Goldpreis um fast ein Viertel nach oben, und das, nachdem er im vergangenen Jahr mit einem Anstieg von 65 Prozent das höchste Jahresplus seit 1979 eingefahren hatte. Gold gilt bei vielen Anlegern als sogenannter sicherer Hafen in politisch unsicheren Zeiten.