AKTIEN FRANKFURT/Dax baut Verluste ab
FRANKFURT (awp international) – Der Dax hat am Donnerstag unter Gewinnmitnahmen vor dem mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktbericht am morgigen Freitag gelitten. Der Leitindex konnte seine Verluste allerdings zum Teil abbauen und notierte zuletzt bei 5.804,80 Zählern um 0,22 Prozent schwächer. Die übrigen Indizes wechselten derweil die Richtung und der MDax gewann 0,54 Prozent auf 7.749,81 Punkte hinzu. Der TecDax stieg um 0,08 Prozent auf 817,37 Zähler.
Die Entscheidung der Europäische Zentralbank (EZB), ihren Leitzins wie erwartet erneut unverändert belassen, bewegte den Markt indes nicht weiter. Der Leitzins für den Euroraum liegt weiterhin bei 1,0 Prozent. Von dpa-AFX befragte Ökonomen hatten dies einhellig erwartet. In den USA sank die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche wie erwartet.
Carsten Raun, Leiter Eigenhandel bei der WGZ Bank, sprach ebenfalls von Gewinnmitnahmen und Unsicherheit vor den Arbeitsmarktdaten aus den USA. «Nachdem der Markt allein in dieser Woche drei gute Tage hatte, dürften einige Marktteilnehmer ein paar Gewinne kassieren.» Allerdings sei die Tatsache, dass sich der Dax bis zum Mittag schon wieder deutlich erholt hat ein Indiz für die Stärke des Marktes.
Quartals- und Jahreszahlen waren einmal mehr das Hauptthema am Markt. Mit Beiersdorf und Linde meldeten sich zwei Dax-Mitglieder zu Wort. Beiersdorf konnten ihre Verluste abbauen und gewannen zuletzt 0,55 Prozent auf 45,510 Euro. Speziell der Ausblick stiess auf geteiltes Echo. Während ein Händler ihn «gut» nannte, zeigte sich Robert Greil von Merck Finck vor allem von den Gewinnprognosen enttäuscht. Linde fielen dagegen um deutliche 1,53 Prozent auf 84,77 Euro. Ein Händler hob hervor, dass die Zahlen in etwa im Rahmen der Erwartungen gelegen hätten. Nachdem die Aktie bereits deutlich hinzugewonnen habe, nutzen Anleger die Chance, ihre jüngsten Gewinne zu versilbern.
ProSiebenSat.1 fielen nach Zahlen am MDax-Ende um 1,01 Prozent auf 11,235 Euro. Ein Börsianer sagte, der Ausblick sei «nicht wirklich grossartig» und die Commerzbank stufte zudem die Aktien herunter. Celesio bildeten das Gegenstück und verteuerten sich um 5,58 Prozent auf 23,655 Euro. Händler verwiesen auf einen Artikel der «Financial Times Deutschland», der erneut Fantasie auf eine Übernahme schüre, als wichtigsten Antrieb.
Ausserdem standen die angekündigten Index-Veränderungen im Blick. Singulus Technologies verteuerten sich um 9,27 Prozent auf 4,950 Euro. Die Titel des Spezialmaschinenbauers werden ab Montag, 22. März, wieder in den TecDax aufgenommen und ersetzen dort dann Rofin-Sinar, wie die Deutsche Börse am Vorabend nach Handelsschluss mitgeteilt hatte. Das sei eine Überraschung, sagten Börsianer.
Wie erwartet gab es keine Änderungen im Dax. Im MDax gab es ebenfalls keine Änderungen, was aus Sicht des Händlers etwas überraschte. Pfleiderer, die als möglicher Abstiegskandidat gegolten hatten, bleiben somit im Index und kletterten daraufhin um knapp zwei Prozent. Im SDax werden die Aktien von Balda und Amadeus Fire neu aufgenommen. Hier zeigten Balda-Aktien mit einem Kurssprung um mehr als sechs Prozent die stärkste Reaktion. Dafür fallen Curanum und Arques heraus./rum/la