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Alarmsystem per SMS soll Suche nach entführten Kindern ermöglichen

(Keystone-SDA) Bern – In der Schweiz kann bei Kindesentführungen neu auch per SMS Alarm geschlagen werden. Die Stiftung für die Auffindung von vermissten Kindern International (Fredi) hat dafür ein System vorgestellt. Bund und Kantone arbeiten derweil an einem eigenen System.
Das System sei betriebsbereit, sagte Stiftungsdirektorin Diane Burgi an einer Medienkonferenz in Bern. Es sieht vor, dass im Fall einer Entführung die Polizei allen Handybesitzern eine SMS schickt, die dies vorgängig akzeptiert haben.
Die Kosten sollen über einen symbolischen Franken pro Abonnent gedeckt werden. Die technische Infrastruktur sei vorhanden und das Patent erhält die Stiftung Fredi von der Firma geschenkt, die das System entwickelt hat, wie deren Gründer Daniel Strub ausführte.
Fredi habe das SMS-Konzept den Behörden vorgestellt, sagte Diane Burgi. Doch diese hätten auf das Angebot nicht eintreten wollen. Roger Schneeberger, Generalsekretär der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) begründete diese Haltung damit, dass ein ähnliches Projekt schon in Entwicklung sei.
«Die Arbeiten sind weit fortgeschritten, ein Wechsel ist jetzt nicht möglich», sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Der SMS-Alarm von Bund und Kantonen soll bis Ende Jahr betriebsbereit sein. Auch Mobilfunkanbieter verweisen auf das KKJPD-Projekt.
Swisscom wolle sich auf dieses Projekt konzentrieren, sagte Sprecher Olaf Schulze. Das von Fredi vorgeschlagene System biete nicht mehr als das, was ohnehin geplant sei. Eine Sprecherin von Orange verwies ebenfalls auf die Mitarbeit am KKJPD-Projekt. Die Stiftung Fredi will nun erneut bei den Behörden vorstellig werden.

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