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Umsiedlungsprojekt im Bergdorf Brienz GR nimmt wichtige Hürde

Keystone-SDA

Die Gemeindeversammlung von Albula/Alvra hat einen Bruttokredit von 82,56 Millionen Franken mit 41:3 Stimmen bei vier Enthaltungen genehmigt. Damit schafft sie die Grundlagen, dass sich Umsiedlungswillige des Dorfes Brienz GR eine neue Bleibe suchen können.

(Keystone-SDA) Das Bündner Bergdorf Brienz rutscht seit Jahren talwärts und ist immer wieder von Bergstürzen betroffen. Mehrmals mussten Bewohnerinnen und Bewohner ihre Häuser wegen drohender Gefahr über Monate verlassen.

Deshalb wurde ein Umsiedlungsprojekt lanciert. Bewohnerinnen und Bewohner konnten sich im Rahmen dieses Umsiedlungsprojektes für eine präventive Umsiedlung anmelden. Es sind 42 Gesuche, die rund 95 Erst- und Zweitwohnungen beinhalten, eingegangen.

Mit dem nun durch die Gemeindeversammlung genehmigten Bruttokredit werden alle wichtigen Kosten rund um das Umsiedlungsprojekt abgedeckt.

Kanton und Bund übernehmen Grossteil der Kosten

Die Kosten werden am Ende grösstenteils nicht an der Gemeinde hängenbleiben. Kanton und Bund beteiligen sich zu 90 Prozent an den Umsiedlungskosten, die restlichen zehn Prozent müssen die Umsiedlungswilligen selbst tragen. Das Bündner Parlament hat im Dezember 2025 bereits einen Investitionsbeitrag von 50 Millionen Franken genehmigt.

Die Gemeinde Albula/Alvra wird gemäss Ausführungen vom Donnerstagabend durch Gemeindepräsident Daniel Albertin (Mitte) höchstens mit Restkosten von 360’000 Franken belastet.

Albertin bezeichnete das Projekt als schweizweit einmalig. Mit dem Umsiedlungsprojekt werde über die Zukunft des Dorfes entschieden. Und er hielt fest: «Wir wollen für alle, die im Dorf bleiben, ein lebenswertes Dorf erhalten.»

Nun ist der Kanton am Zug

Nach dem Ja der Gemeindeversammlung ist nun die Bündner Regierung am Zug. Sie muss das Projekt ebenfalls genehmigen. Wer danach tatsächlich umsiedeln will, der muss das konkrete Vorhaben dann ebenfalls beim Kanton einreichen. Bewilligt der Kanton das Gesuch, so erhalten die Betroffenen die Entschädigung konkret zugesichert.

Wer umziehen will, hat dabei drei verschiedene Varianten. Betroffene können in ein bestehendes oder neues Haus innerhalb einer rechtsgültigen Bauzone im Kanton ziehen. Es besteht aber auch die Variante, dass sich die Betroffenen für das aufgegebene Land und Gebäude auszahlen lassen. Schliesslich können sich die Brienzerinnen und Brienzer dazu entscheiden, sich in vordefinierten Umsiedlungszonen innerhalb der Gemeinde Albula/Alvra ein neues Zuhause zu suchen.

Situation aktuell stabil

Die Situation im Dorf hatte sich aufgrund eines Entwässerungsstollens und Drainage-Bohrungen in den vergangenen Monaten deutlich stabilisiert. Seit fast sechs Monaten leben wieder Menschen im Bergdorf, nachdem sie dieses zuvor mehrmals mehrere Monate verlassen mussten. Die Kosten für die Umsiedlung könnten deshalb auch tiefer ausfallen, weil sich einige Bewohnerinnen und Bewohner doch zu einem Verbleib im Bergdorf entscheiden. Künftige Evakuierungen können aber weiterhin nicht zu 100 Prozent ausgeschlossen werden.

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