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Der neu gewählte serbische Präsident Tomislav Nikolic will weiter mit der Europäischen Union über einen Beitritt verhandeln und zugleich eng mit Russland zusammenarbeiten. Eine Anerkennung der von Serbien abgefallenen früheren Provinz Kosovo schloss Nikolic vehement aus.

"Wir können das nicht machen, selbst wenn wir deswegen unsere Verhandlungen mit der EU abbrechen müssten", sagte der 60-Jährige am Samstag bei einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau nach Angaben der Agentur Interfax. Das überwiegend von Albanern bewohnte Kosovo hatte sich im Februar 2008 gegen den Willen Belgrads für unabhängig erklärt.

"Ich habe bislang nicht gehört, dass wir vor einem EU-Beitritt das Kosovo als unabhängig anerkennen müssen", sagte Nikolic. Eine gewaltsame Lösung des Konflikts um die frühere Provinz schloss er aus. "Wir haben genug vom Krieg." Putin versprach dem künftigen Präsidenten, dass Russland Serbien in der Kosovo-Frage weiter unterstützen werde.

"Serbien ist auf dem Weg in die EU, aber es ist ein weiter Weg", sagte Nikolic, der am 12. Juni nach Brüssel reisen will. Das Land wolle jetzt seine Beziehungen zu Russland ausbauen. Der Chef der Fortschrittspartei (SNS) galt früher als starker Unterstützer Russlands.

Putin kündigte an, dass Moskau Belgrad bald einen Kredit über 800 Millionen US-Dollar für Infrastrukturprojekte überweisen werde.

Nikolic lobte Putin bei dem Treffen als "höchste Autorität des serbischen Volkes". Falls der russische Ex-Geheimdienstchef zur Präsidentenwahl in Serbien angetreten wäre, hätte er sicher gewonnen, fügte Nikolic scherzhaft hinzu.

Putin war im März 2011 beim Besuch eines Junioren-Fussballspiels in Belgrad frenetisch bejubelt worden. Viele Russen und Serben sehen sich auch wegen der Zugehörigkeit zur "slawischen Familie" als "Brüdervölker". Auch die Sprachen sind recht ähnlich.

SDA-ATS