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Weitere Ermittlungen gegen Kaffeekartell in Deutschland

Dieser Inhalt wurde am 27. Dezember 2009 - 11:56 publiziert
(Keystone-SDA)

Hamburg/Bonn - Auch nach der Geldbusse von knapp 160 Mio. Euro gegen drei grosse Kaffeeröster wegen illegaler Preisabsprachen laufen in Deutschland die Ermittlungen des Kartellamts weiter. Seit Januar läuft eine Untersuchung wegen Preisabsprachen unter Gastrozulieferern.
Eine Melitta-Sprecherin bestätigte dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", gegen ihr Unternehmen werde zusätzlich wegen Absprachen unter Gastronomiezulieferern ermittelt.
An dem Kaffeekartell soll dem Magazin zufolge neben den nun bestraften Anbietern Melitta, Tchibo und Dallmayr auch der Lebensmittelkonzern Kraft Foods mit seiner Marke Jacobs Kaffee beteiligt gewesen sein.
Ausgangspunkt für die Aufdeckung der Preisabsprachen zum Nachteil der Verbraucher war demnach offenbar eine Durchsuchung in der Deutschland-Zentrale von Kraft Foods im Februar 2008.
Damals hätten die Kartellwächter eigentlich nach Beweisen für ein Schokoladenkartell unter Süsswarenproduzenten gefahndet, schreibt der "Spiegel". Dies habe Kraft allem Anschein nach so aufgeschreckt, dass Manager der Firma wenig später Selbstanzeige beim Kartellamt erstatteten.
Als Kronzeuge in dem jetzigen Verfahren gehe der Lebensmittelkonzern straffrei aus. Kraft Foods wollte sich dazu nicht äussern.
Tchibo will sich derweil nach einem Bericht des "Hamburger Abendblatts" gegen die Kartellstrafe wehren. Auf das Unternehmen entfallen demnach mehr als 60 Mio. Euro. Auch Melitta will die Geldbusse von 28 Mio. Euro nicht akzeptieren und Rechtsmittel einlegen.
Die grossen Kaffee-Anbieter Tchibo, Melitta und Dallmayr haben jahrelang ihre Preise auf Kosten der Konsumenten künstlich hoch gehalten.

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