Anti-Folter-Kommission kritisiert überbelegte Schweizer Gefängnisse
Die Überbelegung in Schweizer Einrichtungen des Freiheitsentzugs hat die Haftbedingungen verschlechtert und beeinträchtigt die Grundrechte der Inhaftierten. Dies hält die Anti-Folter-Kommission in ihrem neuen Tätigkeitsbericht fest.
(Keystone-SDA) Die hohe Belegungszahl der Haftplätze schränkt laut der Mitteilung der Nationalen Kommission zur Verhütung von Folter (NKVF) vom Montag die Privatsphäre der Inhaftierten ein, erhöht das Risiko von Gewalt und verschlechtert die Gesundheitsversorgung. Auch die Arbeitsbedingungen für das Personal seien stark belastet.
Einfach mehr Haftplätze zu bauen, sei keine Lösung, schrieb die NKVF. Vielmehr sei eine umfassende Strategie nötig, um die Gesamtzahl der inhaftierten Personen zu reduzieren.
Die Kommission kritisierte zudem die Unterbringung von Asylsuchenden in Zivilschutzanlagen. Die Lebensbedingungen dort seien wegen Enge, fehlendem Tageslicht und ständigem Lüftungslärm besonders problematisch.