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40-Tönner: Staus vor Ostern waren erst der Anfang!

Die 40-Tönner werden immer mehr werden. Keystone

Die Schweiz leidet unter der Zunahme des Schwerverkehrs. Doch wer meinte, mit dem Chaos vor Ostern sei das Zumutbare bereits überschritten, täuscht sich: Die Kontingente sind noch weit nicht ausgeschöpft, mehr 40-Tönner werden kommen.

Die Kontingente für 40-Tonnen-Lastwagen aus dem In- und Ausland wurden bisher bei weitem nicht ausgeschöpft: Die EU-Staaten haben in den ersten beiden Monaten seit in Kraft treten des Landverkehrs-Abkommens erst 6’600 Bewilligungen für Transitfahrten durch die Schweiz erteilt. In der Schweiz wurden bis Mitte April 34’500 Fahrten bewilligt. Jährlich sind aber bis zu 600’000 Fahrten von 40-Tönnern möglich. Doch bereits heute stehen die Strassen vor dem Kollaps und nimmt die Belastung der betroffenen Bevölkerung unzumutbare Ausmasse an.

Interesselosigkeit nur vorübergehend

Die bisherige Unlust der Camionneure die Kontingente auszuschöpfen, ortet Michael Gehrken vom Bundesamt für Strassen (Astra) bei technischen und administrativen Problemen: Die Schweizer Camionneure müssten sich erst geeignetes Rollmaterial beschaffen, und offenbar sei die neue Regelung in der EU noch nicht überall bekannt.

Von einer baldigen Zunahme der 40-Tönner-Fahrten geht auch Hanspeter Tanner vom Nutzfahrzeugverband Astag aus: Vor allem der Andrang aus dem EU-Raum werde stark zunehmen, aber auch in der Schweiz würden die schweren Laster vermehrt eingesetzt werden.

Trend zu weniger Verkehr erst 2005

Die im laufenden Jahr verzeichnete Zunahme beim Schwerverkehr entspreche einem langjährigen Trend, sagte Heinz Schöni vom Bundesamt für Verkehr (BAV). Prognosen gehen von einer jährlichen Zunahme des alpenüberquerenden Verkehrs um sieben bis acht Prozent in vier Jahren aus. Dann erwartet Schöni eine Trendwende: «Die verkehrspolitischen Massnahmen sollen der Verkehrszunahme die Spitze brechen und Schwerverkehr auf die Schiene verlagern.»

Probleme bei der LSVA

Doch die Umsetzung dieser Massnahmen geht nicht reibungslos. Die Zolldirektion hinkt mit der Fakturierung der Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) zwei Monate hinterher. Verantwortlich dafür seien administrative Probleme, sagt die Zolldirektion.

Die Probleme bei der Zollabfertigung würden durch den Mehrverkehr verschärft, sind sich sowohl Astra-Mann Gehrken wie auch Astag-Vertreter Tanner sicher. Zu einem weiteren Anstieg des Verkehrsaufkommens dürfte in zwei Jahren die Erhöhung der Kontingente auf 800’000 Fahrten führen.

swissinfo und Agenturen

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