Ascom-Aktie nach Gewinnwarnung im freien Fall
Die Aktien des Berner Telekom-Ausrüsters Ascom sind am Mittwoch (13.12.) nach der Gewinnwarnung des Vortages abgestürzt. Die Titel sackten um 14,3 Prozent ab und gingen bei 100 Franken aus dem Handel.
Zwischenzeitlich hatten die Titel gar bis auf 98,3 Franken nachgegeben. Auch die Volumen waren enorm: Gehandelt wurden über 391’000 Papiere. Dies ist wesentlich mehr als an den beiden Vortagen, als deutlich unter 70’000 Titel den Besitzer gewechselt hatten.
Ascom hatte am Dienstagabend (12.12.) nach Börsenschluss mitgeteilt, der Konzerngewinn für das ganze Jahr 2000 dürfte zwischen 65 Mio. und 90 Mio. Franken liegen, also zwischen den Werten von 1998 und 1999. Zuvor hatte die Unternehmensspitze stets eine Gewinnsteigerung gegenüber dem letzten Jahr in Aussicht gestellt.
Höhere Investitionen als erwartet
Ascom begründet die Gewinnwarnung mit höheren Investitionen in Zukunftsprodukte (IT-Security, Powerline Communications, LAN-PBX, Mailing Systems) sowie der vorgezogenen Neuausrichtung in der Service Automation.
Analysten sagten, die Kosten für die künftigen Produkte seien höher als erwartet. Ascom werde ein weiteres Mal ein «enttäuschendes Resultat» vorlegen, weshalb die Reingewinnprognosen von 106 Mio. Franken auf 73 Mio. Franken reduziert würden, schrieb die Banca del Gottardo am Mittwoch in einer Analyse.
Positives Echo auf Führungswechsel
Ebenfalls am Dienstag gab der Telekomausrüster den Rücktritt von Konzernchef Hans-Ulrich Schroeder bekannt, der ab März durch den bisherigen Sunrise-Chef Urs Fischer ersetzt werden soll. Analysten beurteilen den Wechsel an der Ascom-Spitze als positiv.
Schroeder habe deutlich an Glaubwürdigkeit verloren, weil die Rentabilität des Telekomausrüsters trotz jahrelangem Umbau der Firma immer noch schwach sei, hatte es in Analystenkreisen
geheissen.
Nun werde erwartet, dass das Gespann von CEO Fischer und Verwaltungsrats-Präsident Fred Rüssli die Restrukturierung des Konzerns beschleunigen werde, schrieb die Gotthard Bank.
swissinfo und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch