Atommüll-Lager Wellenberg: Bevölkerung gefragt
Der Kanton Nidwalden wird das Gesuch für einen Sondierstollen für ein Atommüll-Lager am Wellenberg öffentlich auflegen. Die Forderungen des Regierungsrates seien weitgehend erfüllt, teilte die Staatskanzlei am Donnerstag (19.04.) mit.
Das letzte Wort darüber, ob am Wellenberg dereinst radioaktive Abfälle gelagert werden – respektive zuerst mal, ob eine Konzession für einen Sondierstollen erteilt werden soll – hat das Nidwaldner Volk.
Regierungsrat gibt grünes Licht
Das Lagerkonzept ist nach Ansicht des Regierungsrates soweit entwickelt, dass der Sondierstollen geplant und gebaut werden kann. Das Gesuch beinhalte auch ein klares Explorations-Konzept sowie nachvollziehbare Ausschlusskriterien.
Beschränkung auf schwach- und mittel-radioaktive Abfälle
Bezüglich Abfallinventar fordert die Nidwaldner Regierung zusätzlich eine Beschränkung auf schwach- und mittelaktive Abfälle mit einer Halbwertszeit von maximal 30 Jahren. Weiter hat der Kanton den Stollenbetrieb an eine Reihe verschiedenster Auflagen geknüpft, so zum Beispiel zum Stollendesign, dem Messprotokoll oder einer Vereinbarung über die öffentliche Einsicht der Daten.
Das Komitee für eine Mitsprache des Nidwaldner Volkes bei Atomanlagen (MNA) hat in einer ersten Reaktion bestätigt, dass der Regierungsrat und die Genossenschaft für nukleare Entsorgung Wellenberg (GNW) auf seine Forderungen eingegangen sei. Es will das Gesuch aber einer genauen Prüfung unter Beizug von Fachleuten unterziehen. Der Konzessionsentscheid wird nach der Bereinigung allfälliger Einsprachen dem Nidwaldner Volk zur Abstimmung vorgelegt.
swissinfo und Agenturen
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