Blätterwald dünnt immer stärker aus
In der Schweiz gibt es immer weniger Zeitungen. Die Konjunkturflaute der 90er-Jahre hat vor allem in der Deutschschweizer Tagespresse eine massive Konzentration bewirkt: In den letzten 20 Jahren gingen laut Bundesamt für Statistik (BFS) 65 Titel ein.
Die Veränderungen in der Presselandschaft in den vergangenen zwei Jahrzehnten haben sich gemäss einer BFS-Studie, die am Montag (23.04.) präsentiert wurde, massiv auf die Pressevielfalt ausgewirkt: Vor allem seit dem Konjunktur-Einbruch der 90er-Jahre war die Entwicklung durch Fusionen und Einstellungen geprägt. Allein zwischen 1990 und 1999 verringerte sich die Zahl der mindestens einmal wöchentlich erscheinenden Titel um über einen Fünftel.
Immer mehr Titel zusammengefasst
Im gleichen Zeitraum wuchs die durchschnittliche Anzahl der in «einer publizistischen Einheiten» vereinten Titel um einen Zehntel, wobei der Zuwachs bei den deutschsprachigen Tageszeitungen mit einem Viertel besonders hoch ausfiel. Zu so genannten publizistischen Einheiten gehören dabei Zeitungen, die über einen gemeinsamen, vor allem überlokalen Teil verfügen.
Die Zahl dieser Einheiten verglichen mit der Zahl der unterschiedlichen Titel gibt dabei Aufschluss über die publizistische Konzentration in der Presse. Für die Deutschschweiz ergab sich dabei ein Anstieg von durchschnittlich 1,7 auf 2,3 Titel pro Einheit. In der Romandie wurde dagegen nur ein Anstieg von 1,1 auf 1,8 Titel pro Einheit registriert.
Titelsterben konstatiert
Mit Blick auf die Titelanzahl muss laut BFS für die letzten zwei Jahrzehnte von einem eigentlichen Titelsterben gesprochen werden. So sank die Zahl der Titel um fast einen Viertel von 266 auf noch 201 Titel. Allein zwischen 1995 und 1998 gingen die Titel hauptsächlich wegen Fusionen und Einstellungen um 18% zurück. Seit 1998 stabilisierte sich die Lage jedoch wieder.
swissinfo und Agenturen
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