Expo.02: Engagement für öffentlichen Verkehr ungenügend
Der vierte Umweltbericht zur Expo.02 stellt den Verantwortlichen der Landesausstellung im Transportbereich kein gutes Zeugnis aus. Das Engagement für den öffentlichen Verkehr sei ungenügend, hiess es im am Dienstag (29.05.) vorgestellten Bericht.
Jean-Carlo Pedroli vom Büro Aquarius rief die Expo-Verantwortlichen dazu auf, der Transportsituation ein besonderes Augenmerk zu widmen. Er erinnerte an das Ziel der Expo.02, 60 Prozent der Besucherinnen und Besucher zur Anreise mit dem öffentlichen Verkehr zu bewegen.
SBB gewähren Rabatt – doch dies reiche nicht
Die von den SBB angepeilten Expo-Rabatte von 10 bis 20 Prozent seien nicht Anreiz genug, erklärte Pedroli an einer Medienkonferenz in Murten. Für 60 Prozent der potentiellen Besucher ohne Halbtaxabo sei es günstiger, mit dem Auto anzureisen.
Die rund 60 Bahnhöfe der Drei-Seen-Region böten preisgünstige Parkier-Möglichkeiten für Zugreisende, sagte Pedroli weiter. Dies könnte jedoch die Rentabilität der speziell für die Expo.02 gebauten Parkings schmälern.
Unternutzung Wassertransport
Pedroli kritisierte zudem die schlechte Ausnutzung der Verladestelle in Cornaux BE am Zihlkanal. Die dort geschaffene Logistik hätte den Materialtransport auf dem Wasserweg fördern sollen.
Nicht zufriedenstellend gelöst ist laut Umweltbericht zudem der Transport des Expo-Personals zwischen Wohn- und Arbeitsort. Hier sei kein eigentliches Konzept auszumachen, sagte Pedroli. Dies könnte zu Konflikten mit den Anwohnern führen, wenn Tausende von Expo-Angestellten per Auto pendelten.
Bilanz insgesamt zufriedenstellend
Trotz der Kritik im Transportbereich ist die Umweltbilanz der Expo.02 insgesamt zufriedenstellend – insbesondere was den Bau der Infrastrukturen, die Restauration sowie die Abfall-Trennung betrifft. Ein Schwachpunkt macht der Bericht aber im Geldmangel zur Unterstützung eines Konzeptes für erneuerbare Energien aus.
Der in Murten anwesende Expo-Betriebsdirektor Frédéric Hohl nahm die Schlüsse des vierten Umweltberichtes zur Kenntnis. Für den Transport des Personals würden gegenwärtig Lösungen geprüft. Die fehlende Nutzung der Verladestelle in Cornaux führte Hohl darauf zurück, dass alternative Transportwege auf der Schiene eingerichtet worden seien.
swissinfo und Agenturen
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