Konsumentenstimmung immer besser
Die Konsumfreude in der Schweiz hält an. Der vierteljährlich berechnete Index der Konsumentenstimmung ist im Juli mit 21 Punkten auf den höchsten Stand seit elf Jahren geklettert. Die Aussichten für den Konsum bleiben gut.
Bei der letzten Erhebung im April war der Index mit 19 Zählern zwei Punke tiefer.
Die Konsumentenstimmung hat sich auch im Juli laut einer Umfrage des Staatssekretariats für Wirtschaft (seco) bei 1’100 Haushalten auf sehr hohem Stand nochmals minim verbessert, wie das seco am Donnerstag (10.08.) in Bern bekannt gab.
Arbeitsplätze werden als sicherer bewertet
Wesentlich besser als noch vor wenigen Monaten beurteilen die Haushalte die Sicherheit des Arbeitsplatzes. Erstmals seit zehn Jahren weist dieser Indikator mit 5 einen positiven Wert auf.
Vor Zuversicht sprühen die Konsumentinnen und Konsumenten auch bei der Einschätzung der Wirtschaftslage in den letzten zwölf Monaten. Seit Einführung des Indexes im vierten Quartal 1972 waren die Haushalte nie derart optimistisch. Der Teilindex stieg im Juli auf 55 (44) Punkte.
Auch die künftige Wirtschaftslage schätzen die Konsumenten erneut zuversichtlicher ein. Dieser Teilindex hält sich seit Jahresbeginn auf einem Rekordniveau. Die Haushalte gaben weiterhin an, sie seien in der Lage, Ersparnisse zu bilden.
Den Zeitpunkt für grössere Anschaffungen (Autos, Möbel, Haushaltmaschinen) stufen die Konsumenten etwas weniger günstig ein als noch im April 2000. Auch die Entwickung der vergangenen und künftigen finanziellen Lage ihres Haushaltes beurteilen sie weniger positiv als noch bei der letzten Umfrage.
Starker Preisanstieg
Zugleich mussten die Haushalte feststellen, dass sie bei ihren Einkäufen wegen des spürbaren Preisanstiegs in den letzten zwölf Monaten tiefer in die Tasche greifen mussten. Diese Entwicklung werde sich fortsetzen, so die Erwartungen.
Der Indikator für die Preisentwicklung in den kommenden zwölf Monaten übertraf im Juli alle bisher beobachteten Werte. Diese Feststellung deckt sich mit der Einschätzung der Konjunkturforschungstelle der Eidgenössischen Technischen Hochschule (KOF/ETH). Die steigende Inflation werde das Konsumwachstum bremsen.
Die erwarteten Lohnsteigerungen für 2001 dürften auf der anderen Seite den Konsum beleben. Unter dem Strich werde sich das Konsumwachstum auf dem derzeit hohen Niveau abflachen.
Für 2000 rechnet die Konjunkturforschungsstelle KOF/ETH laut ihrer Frühjahrsprognose mit einer Zunahme des Konsums um 1,9 Prozent. Laut Daniel Blösch, wissenschaftlicher Mitabeiter der KOF/ETH, dürfte diese Prognose aus heutiger Sicht eher übertroffen werden.
swissinfo und Agenturen
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