New Economy rappelt sich nur mühsam auf
Junge Schweizer Technologieunternehmen haben nach dem Platzen der "New Economy"-Seifenblase Mühe, wieder auf die Beine zu kommen. In Finanzkreisen werden die Aussichten unterschiedlich eingeschätzt.
Während einige Analysten die Bereinigung in den Märkten nach dem Absturz der Technologiebörsen begrüssen, bedauern andere den Untergang von viel-versprechenden jungen Unternehmen.
Innerhalb weniger Monate habe der Markt sein Gesicht vollständig geändert, sagte Stéphane Garelli, Professor am Institute for Management Development (IMD) und an der Universität Lausanne. Der Markt sei von einem Extrem ins andere geschwappt.
Die Investoren hätten sich zurückgezogen, und die jungen Unternehmen an den Wachstumsmärkten hätten von einem Tag auf den anderen das Geld verloren, das ihnen zuvor leicht zugefallen war, sagte Garelli.
Kaum differenziert
Nach dem Crash sei nicht mehr zwischen gut und schlecht unterschieden worden, um den soliden Gesellschaften Platz zu machen, erklärte Olivier Tavel von Venture Partners in Genf.
Garelli teilt diese Meinung. Auch die guten Ideen seien nicht mehr finanziert worden und vielversprechende Jungunternehmen seien verschwunden. Die Kleinaktionäre seien dem Markt gefolgt. Die Sektoren seien zunächst als Ganzes überschätzt, mit dem Crash aber brutal unterbewertet worden, sagte Garelli.
Panos Lioulias von d’Angel Capital in Genf dagegen sieht auch positive Aspekte, vorab im Bereich Risikokapital. Die nichtprofessionellen Investoren und die Opportunisten hätten den Markt verlassen und jenen Platz gemacht, die experimentierfreudig seien.
Die Aussichten auf schnelle Gewinne sind heute Illusion und die Börsenneulinge haben ihre Lektion im Frühjahr 2000 gelernt. Der Börsengang von jungen Unternehmen – falls dieser Schritt überhaupt noch gewagt wird – erfolgt unter anderen Vorzeichen. Dies genau wie Übernahmen oder Fusionen.
swissinfo und David D’Andrès (sda)
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